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23. Juni 2018
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Lebenssituationen

Energieeinsparung / Regenerative Energien

Gebäude neu bauen

Sie wollen in Oberhausen neu bauen ?


Herzlichen Glückwunsch, kann man da nur sagen, und das gerade auch hinsichtlich der Möglichkeiten, energiesparend zu bauen. Nie waren die Voraussetzungen besser, um wirklich energiesparende Bauweisen umzusetzen. Und ein sinnvolles Plus z.B. an Wärmedämmung ist im Neubau in der Regel günstiger zu erreichen als bei der Altbausanierung.

Stellen Sie sich vor, ein Autohändler würde Ihnen schon heute einen Neuwagen anbieten, der gar keinen - oder zumindest fast keinen Kraftstoff mehr verbraucht. Der Wagen wäre etwas teurer, aber den Mehrpreis würden Sie in den nächsten Jahren durch die Spritersparnis wieder einfahren. Sie würden sicher nicht länger zögern, wenn das Auto auch noch komfortabel wäre und Ihren Ansprüchen entspräche. Was beim PKW-Kauf noch länger auf sich warten lässt, ist im Hausbau schon machbar: Das Passivhauskonzept ist so angelegt, dass ein moderner Neubau fast ohne zusätzliche Energie einer Heizanlage auskommen kann. Das Passivhaus ist die konsequente Weiterentwicklung des "Niedrigenergiehauses", aber mit ganz klar umrissenen Eigenschaften.

Der Begriff "Niedrigenergiehaus" allerdings - oft auf Bauschildern zu sehen - kann auch heute noch völlig ungeschützt verwendet werden und ist in jedem Einzelfall kritisch zu hinterfragen!

Im Rahmen einer Persönlichen Energieberatung können Sie sich über alle Details und Fragen eines energiesparenden Neubaus informieren. Vereinbaren Sie hierzu einfach telefonisch einen Termin im Technischen Rathaus unter Tel. 0208 825-2210 oder per E-Mail an energieberatung@oberhausen.de .

Einen aktuellen Flyer der Verbraucherzentrale zu Energiesparhäusern können Sie sich hier als pdf-Datei herunterladen.

Vor Inanspruchnahme einer persönlichen Energieberatung können Sie sich nachfolgend gerne über einige wichtige Begriffe und Eigenschaften energiesparenden Bauens informieren: 

Was ist das eigentlich, ein Niedrigenergiehaus? Und wie niedrig ist denn "niedrig"?


siehe hierzu Exkurs:

Niedrigenergiehaus
Passivhaus
Bauen mit der Sonne 
Kompaktes Bauen

siehe auch:
Fördermittel

 

Schema Niedrigenergiehaus

Niedrigenergiehaus


Wenn ein Anbieter bei dieser Frage in Erklärungsnöte kommen sollte, ist zunächst Vorsicht geboten. Niedrig bezieht sich natürlich auf den Energiebedarf, soweit besteht zumeist Einigkeit. Aber beim Begriff "Energie" können ganz unterschiedliche Dinge gemeint sein. "Primärenergie" ist da ein mögliches Stichwort. Auch die gesetzlichen Vorschriften im Baubereich orientieren sich z.B. weitestgehend daran (nämlich in der Energieeinsparverordnung - EnEV -). Primärenergie meint, dass man nicht nur auf das achtet, was Wärmezähler der Heizung oder Stromzähler am Jahresende anzeigen, sondern wie viel Energie auch zusätzlich genutzt wurde. Und das auch schon, bevor z.B. Heizöl oder Erdgas - allgemein die "Energieträger" - ins Haus geliefert wurden. Denn beispielsweise Gewinnung und Transport von Öl oder Gas sind auch mit Energieverbrauch verbunden. Konkret ist dabei insgesamt die nichterneuerbare Energiemenge gemeint, die aufgewendet werden muss. Ein Haus, das dagegen z.B. Holzpellets, Erdwärme oder Solarenergie zum Heizen nutzt, hat einen geringen Primärenergiebedarf deshalb, weil die Energieträger Holz, Erdreich und Solarstrahlung als Erneuerbare Energie selbst nicht mitgerechnet werden. Nur die Vorgeschichte der Erzeugung (z.B. der Holztransport, der Strombedarf) zählt hier mit. Auch Häuser mit Fernwärmeheizung werden in der Regel günstiger bewertet.

Am Gas- oder Stromzähler zu Hause lesen wir aber nur die "Endenergie" ab, also das, was wir "am Ende" mengenmäßig nutzen und vor allem bezahlen.
Warum ist aber dieser Unterschied zwischen Primärenergie und Endenergie so wichtig für Ihren Geldbeutel ?
Scherzhaft gesagt, schaut der Gesetzgeber in erster Linie auf die CO2-Emissionen Ihres Hauses und erst in zweiter Linie auf den Schutz Ihres Geldbeutels! Geringerer Primärenergie-Bedarf (etwa bei Holzheizung, Wärmepumpe, Solarenergie, Fernwärme) besagt, dass von einem Haus insgesamt auch weniger CO2-Belastung ausgeht. Diese Häuser dürfen deshalb etwas weniger stark gedämmt werden als Häuser mit z.B. Erdgas- oder Ölheizung. Das heißt dann in der Energieeinsparverordnung von 2009 sehr kompliziert "Referenzgebäude-Verfahren". Verwendet man hingegen eher nichterneuerbare Energien, fordert der Gesetzgeber einen Ausgleich durch bessere Energieeinsparung, eben auch Wärmedämmung.

Wenn wir aber davon ausgehen, dass alle Energieträger teurer werden, muss uns daran gelegen sein, bei allen Häusern auch auf einen geringen Verbrauch an Endenergie zu achten. Denn diesen Verbrauch - also die damit verbundenen Heizkosten - müssen wir am Jahresende direkt bezahlen.

Wem "Endenergie" zum Thema Heizkosten noch zu kompliziert klingt, wählt besser den Begriff Heizwärmebedarf, der fast das gleiche meint, aber Nebenverbrauch etwa für Pumpenstrom usw. noch nicht berücksichtigt.
 


Vorsicht aber bei Häusern, die mit Wärmepumpen (z.B. Luftwärmepumpen) beheizt werden:

Im Energieausweis steht dann ein sehr geringer Endenergiebedarf, der sich aber nicht auf die Qualität des Gebäudes an sich bezieht, sondern auf den (Strom-) Bedarf der eingesetzten Wärmepumpe. Die Gebäude werden dadurch im Energieausweis oft zu "Energiesparhäusern" mit sehr guter Energie-Effizienzklasse gemacht, obwohl die Häuser vielleicht einen ganz normalen Baustandard aufweisen!

Näheres zu Wärmepumpen finden Sie hier

 

 

 

 

 

 

Der Heizwärmebedarf QH ist das Qualitätsmerkmal für baulichen Wärmeschutz und niedrige Heizkosten. QH wird - vereinfacht gesagt - am Zähler der Heizung abgelesen. Der Primärenergiebedarf QP ist das Qualitätsmerkmal für geringe CO2-Emissionen und globalen Klimaschutz. QP ist quasi die Zahl am "gedachten Zähler" der Umweltbelastung.

Die Abkürzungen "QH" und "QP" sind hier deshalb gewählt, weil sie auch in der Energieeinsparverordnung - EnEV - und den entsprechenden Normen verankert sind und in den Berechnungen fürs Haus immer wieder vorkommen (Keine Sorge, mit noch mehr Begriffs- und Zahlen-Akrobatik sollen Sie nachfolgend nicht weiter belastet werden).

Entscheiden Sie sich also heute für ein Gebäude mit möglichst geringem Primärenergiebedarf (erneuerbare Energien) und gleichzeitig geringem Heizwärmebedarf (bestmöglichen Wärmeschutz), um für die Zukunft gewappnet zu sein. Nur zusammen erzielen sie einen optimalen Werterhalt für Ihr Gebäude. Die gesetzlichen Anforderungen, die nur einen Mindeststandard darstellen, können dabei zum Teil deutlich übertroffen werden.

Um Heizenergieverbrauch und Heizkosten in einem geplanten Neubau zu bewerten, können Sie den Ratgeber Heizkosten im Neubau im Energiespar-Ratgeber nutzen. Um Ihren eigenen derzeitigen Heizwärmebedarf zu bewerten, können Sie den Ratgeber HeizCheck im Energiespar-Ratgeber nutzen.

siehe auch:
Passivhaus
Fördermittel

Schema Passivhauskonzept

Das Passivhauskonzept


Das Paradebeispiel für erstklassigen Wärmeschutz und extrem niedrige Heizkosten ist heute das Passivhaus.

Passivität im Leben wird zu Recht oft negativ bewertet. Hier aber ist das Gegenteil der Fall. Denn der Name ist Programm: "Passiv" bedeutet, dass sie nur noch sehr wenig Energie "aktiv" in das Haus hineinstecken müssen, um ein angenehmes Raumklima bei behaglichen Temperaturen zu erzielen. Beim Passivhauskonzept reicht für die überwiegende Zeit des Jahres die Nutzung der Sonneneinstrahlung durch die Fenster und die zusätzliche Nutzung innerer Wärmequellen, die eh im Haus vorhanden sind: Elektrische Geräte und Beleuchtung geben im Haushalt z.B. zusätzlich Wärme ab, die im Passivhaus einfach über die Raumlufterwärmung mitgenutzt wird. Die verbrauchte Raumluft wird komfortabel über eine automatische Lüftungsanlage ausgetauscht, wobei auch die Wärme aus dieser Abluft zum großen Teil an die zugeführte Frischluft über einen effizienten Wärmetauscher wieder zurückgegeben wird (Wärmerückgewinnung).

Für das Passivhaus gilt ein sehr anspruchsvoller Wert für den jährlichen Heizenergiebedarf von maximal 15 Kilowattstunden pro Quadratmeter Nutzfläche (15 kWh/m²?a).
(Die Berechnung erfolgt nach dem Passivhaus-Projektierungspaket PHPP)

Zum Vergleich: Ein nicht sanierter Altbau benötigt etwa das 10- bis 20-fache dieser Heizenergie bei gleicher Nutzfläche des Gebäudes! Und der logische Umkehrschluss ist, dass die Heizkosten beim Passivhaus im Vergleich extrem niedrig ausfallen. Ein aktueller Neubau, nur nach den gesetzlichen Vorschriften (EnEV2009) gebaut, benötigt immer noch ca. das 3- bis 6-fache der Heizenergie eines Passivhauses, und das natürlich zukünftig Jahr für Jahr bei steigenden Energiekosten.

Elemente des Passivhaus-Konzeptes werden auch mehr und mehr in Standardbauweisen verwendet. Bemerkenswert ist heute dabei auch folgende Feststellung:
Bei sehr gut gedämmten Häusern (wie etwa beim Passivhaus) machen Wärmeverluste durch unkontrollierte Lüftung des Gebäudes heute den Hauptanteil des noch verbleibenden Heizenergiebedarfs aus. Die Dichtheit von Gebäuden*) spielte früher kaum eine Rolle, ist heute aber eines der Hauptthemen beim energiesparenden Bauen und bedarf auch bei der Bauausführung besonderer Beachtung.

*) gemeint ist die Dichtheit gegen ungewollte Lüftungsverluste z.B. durch Fugen / Bauteilanschlüsse, nicht die Dichtheit gegen Feuchtigkeit.

Eine wichtige Methode zur Prüfung der Bauausführung ist dabei der Blower-Door-Test. Fenster und Türen werden hierbei geschlossen, wobei in einer Fenster- oder Türöffnung für die Messung vorübergehend ein großer Ventilator installiert wird, der im Haus einen leichten Unterdruck erzeugt. So kann man messen, ob das Haus ausreichend dicht gebaut wurde oder ob man gegebenenfalls noch nachbessern muss. Um Heizenergieverbrauch und Heizkosten in einem geplanten Passivhaus zu bewerten, können Sie den Ratgeber Heizkosten im Neubau im Energiespar-Ratgeber nutzen.

Wissenswertes über Passivhäuser erfahren sie unter www.passiv.de und bei der Verbraucherzentrale NRW.

Eine Infobroschüre zum Passivhaus zum Download gibt es hier

Bild: Geldscheine


Finanzielle Förderung von Passivhäusern

Allgemeine Förder-Informationen finden Sie hier: Fördermittel
Die Bundesregierung hat den Vorteil des Passivhauskonzeptes schon lange erkannt und macht dies über die KfW-Förderbank durch besondere Förderkonditionen Programm "Energieeffizient Bauen" deutlich (Programm Nr.153 "Passivhaus nach PHPP-Konzept", alle Förderkonditionen des Bundes unter www.kfw-foerderbank.de oder direkt Programm 153 ).

Es ist zu erwarten, dass sich zukünftig auch die gesetzlichen Bauvorschriften an dieser Bauweise orientieren werden. Schon für 2012 ist eine Novelle der Energieeinsparverordnung in Aussicht, weitere Stufen werden folgen. Wenn diese Art des Bauens aber in wenigen Jahren zur gesetzlichen Pflicht werden wird, kann nicht davon ausgegangen werden, dass sie dann noch finanziell in der bisherigen Form gefördert wird. Andere, noch anspruchsvollere Baustandards, wie "Energiegewinnhäuser", werden dann eher die neuen Kandidaten für Fördermaßnahmen sein. Deshalb ist es angeraten, bei Bauvorhaben schon jetzt auf moderne, staatlich geförderte Standards zu setzen. Der Werterhalt der Immobilie wird im Unterschied zur Vergangenheit zukünftig entscheidend vom Energieverbrauch abhängen. Ein späteres Nachbessern wird in der Regel wesentlich teurer als ein konsequentes Handeln beim Bau des Hauses.

Das Land Nordrhein-Westfalen hat übrigens das Thema Passivhaus in das Projekt "100 Klimaschutzsiedlungen NRW" aufgenommen. Die Energieagentur NRW formulierte das beim Start des Projektes im Jahr 2009 so: "In Nordrhein-Westfalen sollen in den nächsten Jahren erheblich mehr Passivhäuser gebaut und bestehende Gebäude energieeffizient saniert werden".
Die energiesparende Bauweise - und besonders auch die Passivhaus-Bauweise - funktioniert aber am besten, wenn generell einige Randbedingungen des Standortes und der Gebäudeformen günstig sind. Wie dies zusammenhängt, erfahren Sie unter Bauen mit der Sonne und Kompaktes bauen

Bauen mit der Sonne


Wo und wie steht das Haus?
Sie meinen, das tut beim Thema "Energieverbrauch" nichts zur Sache?
Ein Beispiel hierzu verdeutlich folgende Grafik (Zum Vergrößern bitte klicken):

Quelle: Planungsleitfaden "100 Klimaschutzsiedlungen NRW" , Wirtschaftsministerium NRW (2009)
© Wortmann & Scherer

Der Heizwärmeverbrauch eines modernen Hauses wird hier beispielhaft bei verschiedenen Orientierungen zur Sonne bewertet. Steht das Haus mit der Hauptfassade, also mit den größten Fensterflächen der Wohnräume, in Richtung Süden (ganz links im Bild), hat es den geringsten Heizwärmebedarf. Bei Drehung aus der Südrichtung heraus steigt der Energiebedarf immer weiter an, bis hin zur ungünstigsten Ausrichtung nach Norden (ganz rechts im Bild). Die Sonneneinstrahlung durch die Fensterflächen macht also gerade in der kalten Jahreszeit, in der die Heizenergie gebraucht wird, einen recht hohen Anteil am Energiegewinn aus. Man spricht von "passivem solaren Gewinn" und "Solargewinn-Fassade". Die gezeigte Grafik, die vor einigen Jahren noch für einen ambitionierten Baustandard galt, trifft heute (seit 2009) in etwa für einen Neubau nach den aktuellen gesetzlichen Vorschriften der Energieeinsparverordnung - EnEV - zu. Je besser nun die Wärmedämmung wird, um so mehr macht sich dieser solare Gewinn im Vergleich zur Gesamtbilanz des Energieverbrauchs bemerkbar. Wenn also durch die Außenwände heute nicht mehr so viel Energie verloren geht, haben Energiegewinn und -verlust durch die Fenster einen umso höheren relativen Anteil.

Hat man beim Neubau die Möglichkeit, sollte man das Gebäude in der Grundrissplanung mit seiner Hauptfassade, also mit den größten Fenstern der Wohnräume, weitestgehend nach Süden orientieren. Eine Abweichung um bis zu etwa 45 Grad von der Südrichtung ist aber zumeist unproblematisch.

Wichtig ist dabei auch, dass nach Möglichkeit eine nur geringe Verschattung der Südfassade vorliegen sollte. Hier können eine gegenüberliegende Bebauung, aber auch die Vegetation begrenzende Faktoren sein. Entscheidend ist die Verschattung bei relativ tief stehender Sonne während der Heizperiode, also etwa zwischen November und März. Auch bei der Neupflanzung von Bäumen sollte man dies hinsichtlich des richtigen Standortes, der Belaubungsart und des Abstands zu den Fenstern beachten.

Entgegen gelegentlicher Ansicht, eine Südorientierung würde aber im Sommer eher zur übermäßigen Raumaufheizung bei starker Sonneneinstrahlung führen, gilt dies eher für die Westorientierung. Im Sommer steht die Sonne mittags im Süden sehr hoch, während sie später im Westen niedriger steht, so dass etwa Balkonplatten oder Sonnenjalousien eher von der Einstrahlung "unterwandert" werden. Die Luft ist im Sommer nachmittags noch aufgeheizt und gleichzeitig möchte man gerade nicht zu dieser Tageszeit die Rolläden auf der Terrassen- bzw. Balkonseite als Sonnenschutz herunterlassen, was vielleicht für die erste Tageshälfte auf der Ost- und Südseite noch wünschenswert ist. Doch generell sollte man schon bei der Planung des Gebäudes auf sommerlichen Sonnenschutz achten.

Die Ausrichtung des Gebäudes ist auch für die aktive Nutzung der Sonneneinstrahlung wichtig, also wenn am - oder in der Regel auf dem Gebäude eine Solaranlage angebracht wird. Seit 2009 fordert ein neu erlassenes Gesetz, das "Erneuerbare-Energien-Wärme-Gesetz" - EEWärmeG - , dass für Neubauten ein bestimmter Prozentsatz der Energie aus erneuerbaren Energiequellen bereitgestellt wird (mit einigen Ausnahmen). Oft ist hier die Lösung, eine Solarthermieanlage zur Warmwasserbereitung oder zur Heizungsunterstützung anzubringen.

Andererseits kann durch eine Photovoltaikanlage Solarstrom erzeugt werden. In beiden Fällen ist eine südliche Ausrichtung des Gebäudes - in der Regel die Richtung einer geneigten Dachfläche - deutlich zu bevorzugen. Die Wirtschaftlichkeit der Anlage hängt - besonders bei der Erzeugung von Solarstrom - nicht unerheblich von der Ausrichtung ab.

Siehe auch: 
Kompaktes Bauen

Schema Kompaktes Bauen

Kompaktes Bauen


Ist mein geplantes Haus kompakt?
Kompaktwagen, Kompaktkamera oder Stereo-Kompaktanlage ? der Begriff "Kompaktheit" ist beim Hausbau vielen Menschen noch wenig geläufig. Man verbindet mit dem Begriff eher klein, handlich und leicht. Beim Gebäude ist gemeint, dass die Außenfläche, also Außenwände und Dachfläche, relativ zur gesamten Raumgröße aller Innenräume möglichst klein gehalten werden soll.

Warum sollte ein Gebäude eine möglichst geringe Außenfläche haben?

Das ist nichts als angewandte Physik: Der sogenannte "Transmissionswärmeverlust", also der Wärmeverlust über Wärmeleitung durch die Außenwände, das Dach oder auch den Kellerboden folgt einer einfachen Gesetzmäßigkeit: Je größer die Außenfläche, um so größer ist auch der Wärmeverlust. So gilt dann - übrigens für jede Art und Stärke von Wärmedämmung - vereinfacht: z.B. 10 Prozent weniger Außenfläche bewirkt auch 10 Prozent weniger Wärmeverlust durch die Außenhülle.

Ein Haus mit der Außenform in etwa eines Würfels hat bei gleicher Wärmedämmung demzufolge weniger Wärmeverlust als ein Haus, dass z.B. eher flacher, eher schmaler und höher oder auch gewinkelt gebaut wird. Auch manche Sonderformen, etwa mit verschachtelten Dachkonstruktionen oder aus zusammengesetzten geometrischen Bauformen können oft zu mehr Energieverlust führen. Aber nicht allein die einfachen Außenflächenverhältnisse sind entscheidend. Auch auskragende Bauteile, wie Mauervorsprünge, überhängende Dächer oder Balkonplatten können als sogenannte "Wärmebrücken" leicht zu mehr Energieverbrauch führen. Diese Bauteile wirken dann wie Kühlrippen, ähnlich wie bei einem Motor zum Abführen von Wärme.
Kompaktes Bauen muss aber nicht langweilig sein, wenn man z.B. durch Variation der Fassadengestaltung oder schon leichte Änderungen der Dachform eine Abwechslung in das Erscheinungsbild bringt. Auch eine schicke Solaranlage ist heute ein zusätzlicher Blickfang. Schließlich macht auch die Begrünung von Fassade oder Außenflächen einiges aus.

Ein ganz einfacher Grundsatz der Kompaktheit ist, dass Doppelhäuser, Reihenhäuser und Mehrfamilienhäuser - in dieser Reihenfolge - jeweils günstigere Voraussetzungen haben als das freistehende Einfamilienhaus. Denn dann teilen sich die Eigentümer mindestens eine gemeinsame Wand, über die keine Wärme mehr verloren gehen kann.

Anbauen ist also der seit Jahrzehnten bewährte und simple Trick zum Klimaschutz durch Energieeinsparung, auch wenn das früher noch nicht als so wesentlich erkannt wurde. Natürlich dürfen und sollen auch freistehende Einfamilienhäuser gebaut werden, aber man sollte dann durch intelligente Energiesparmaßnahmen, die ja weiter oben beschrieben wurden, dem Wärmeverlust durch die Außenhaut des Gebäudes um so mehr entgegensteuern. Womit wir beispielsweise wieder beim beschriebenen Passivhaus wären. Dieses lässt sich natürlich auch freistehend realisieren.

siehe auch:
Bauen mit der Sonne

 

"Platz da" für Fahrräder in und an Ihrem Hausneubau !


Radfahren und Neubauplanung, wie passt das zusammen?

siehe hierzu:  
Radfahren

 

Kontakt

Stadt Oberhausen
Bereich Umweltschutz
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46042 Oberhausen
Tel.: 0208 825-3633
E-Mail: energiesparen@oberhausen.de