Grabeland Wilhelmstraße

Das Areal »Grabeland« an der Wilhelmstraße in Oberhausen-Sterkrade soll teilweise zugunsten von Wohnnutzung entwickelt werden.

Informationen zum bisherigen Dialogprozess

Ausgelöst durch die Entwicklungs- und Vermarktungsabsichten der Eigentümerin (MAN GHH Immobilien GmbH), festgehalten in einer Bebauungskonzeption aus 2016, regte sich ab 2021 Widerstand gegen eine bauliche Folgenutzung seitens der Grabeland-Pächter:innen. Der Protest, welcher zu der Gründung einer Bürgerinitiative führte, fand auch medialen und politischen Widerhall. Deutlich wurde aber auch, dass der Sachverhalt sich vielschichtiger darstellte und weitere Interessenlagen (Anrainer:innen, Wohnungssuchende) zu berücksichtigen waren.

Um gemeinsam mit der interessierten Öffentlichkeit, den »Grabeländern«, Anrainer:innen und Wohnraumsuchenden eine konsensfähige Lösung zu finden, bot die Stadt Oberhausen zur Verständigung über Entwicklungsziele für die genannte Fläche einen Dialogprozess mit drei öffentlichen Veranstaltungen an. Es war der Wunsch der Stadt Oberhausen, durch Einschaltung einer externen Moderation - Büro Urbane Transformation, Oberhausen - zu einem Ausgleich vielfältiger, auch gegensätzlicher, Interessen und Vorstellungen im Zusammenhang mit der städtebaulichen Entwicklung des Grabeland-Areals zu gelangen.

Um die »wunden Punkte« im Vorfeld zu identifizieren, wurden zunächst mit Schlüsselpersonen Einzelgespräche in Form von digitalen Interviews oder Telefoninterviews geführt. Die sich daran anschließende Folge von drei Veranstaltungen - 1. Workshop ‚Ort & Nutzungen` (Grundlagen), 2. Workshop ‚Szenarien‘ (städtebauliche Ideen), 3. Workshop ‚Städtebauliche Ziele und Konzepte‘ (zur Rahmensetzung) - hat sich grundsätzlich als logisch erwiesen und zu verwertbaren Ergebnissen geführt. Der Wechsel zwischen Diskussionen im Plenum und der Arbeit in Kleingruppen führte zu einem regen Austausch mit und zwischen den Mitwirkenden. Verschiedene Entwicklungsrichtungen wurden gemeinsam erarbeitet und verglichen.

Informationen zur geplanten Entwicklung

Als Ergebnis des vorgenannten Dialogprozesses konnte nun ein (zunächst) abschließendes städtebauliches Konzept erarbeitet werden, woraus mit Unterstützung des Planungsbüros hartlockstädtebau aus Essen ein städtebaulicher Strukturplan entwickelt wurde.

Dialogprozess Grabeland an der Wilhelmstraße
Foto: Stadt Oberhausen
Mit etwa 33.000 Quadratmeter Fläche in attraktiver Lage zwischen Wilhelmstraße und Steinbrinkstraße in Oberhausen-Sterkrade soll das neue Quartier dabei als urbanes, sozial gemischtes und nachhaltiges Quartier einen Beitrag zur Wohnungsbaustrategie der Stadt Oberhausen leisten.

Absicht ist es, ein Quartier zu entwickeln, das sich durch eine hohe städtebauliche und freiräumliche Qualität auszeichnet. Es sollen ein variantenreicher Wohnungsmix gepaart mit einem abwechslungsreichen Freiraum angeboten werden, die im Zusammenspiel ein nachbarschaftliches Leben miteinander ermöglichen.

Das dem Quartier zugrunde liegenden städtebauliche Konzept nimmt als wesentliche Entwurfsmerkmale die vorhandenen Raumkanten der Straßenverläufe und Ränder der Umgebung auf und berücksichtigt die wichtigen räumlichen Bezüge zur Baumallee der Wilhelmstraße, zum westlich gelegenen Volkspark, zum südlich gelegenen Gymnasialplatz und darüber hinaus zur Stadtteilmitte. Es verknüpft vielfältiges, urbanes Wohnen mit abwechslungsreichen, freiräumlichen Nutzungen.

Im Mittelpunkt der städtebaulichen Struktur steht eine zentrale, öffentlich nutzbare Grünfläche. In diesem aktiven Freiraum befinden sich Wege, Aufweitungen, Verengungen, zahlreiche Bestandsbäume, neue Bäume, Spiel- und Aufenthaltsflächen sowie anteilig neu und in verdichteter Form Grabelandflächen/organisierte Freigärten. Diesem Grundstock an Grün und den übrigen öffentlichen Räumen kommt für den angestrebten nachhaltigen Charakter eines stark durchgrünten, nachbarschaftlichen Quartiers eine bedeutende Rolle zu. Das gilt auch über das neue Quartier hinaus für den Stadtteil Sterkrade: das Netz an Freiflächen erfüllt weiterhin seine Funktionen - u. a. als Lebensraum für Tiere, grüne Lunge und Frischluftschneise, Aufenthalts-und Freizeitort für Bürgerinnen u Bürger.

Die als Mischverkehrsfläche gestalteten öffentlichen Räume gliedern das Quartier und bilden den Rahmen für die bauliche Struktur. Sie führen die verschiedenen Baufelder zusammen und organisieren die Erschließung und Erreichbarkeit der unterschiedlichen Wohnanlagen. Die klare städtebauliche Struktur ermöglicht eine optimierte autoarme Erschließung mit kurzen Wegen. Die verkehrliche Erschließung erfolgt über die Steinbrinkstraße. Das Abstellen privater PKW erfolgt in Tiefgaragen. Lediglich auf den Baufeldern der Doppel- und/oder Einfamilienhäuser erfolgt das Parken ebenerdig auf dem privaten Grundstück. Die zentrale Grünfläche soll möglichst frei vom ruhenden Verkehr sein. Hier werden Stellplätze für die Freigärtner:innen angeboten. Den zu Fuß gehenden und Rad fahrenden Menschen wird grundsätzlich Vorrang eingeräumt. Nachstehend stehen für Sie die Dokumentationen der drei Workshops, ein Schlussresümee zum Dialogprozess und die daraus entwickelte 4. Planungsvariante zur Verfügung.


Bisherige BürgerbeteiligungsveranstaltunGEN

1. Runder Tisch "Ort und Nutzungen" (08.12.2023)
2. Runder Tisch "Szenarien" (07.02.2023)
3. Runder Tisch "städtebauliche Ziele" (25.04.2023)


Weiteres Vorgehen

In einer sich an den Dialogprozess anschließenden Ämterbeteiligung wurden Sozialbedarfe in Reichweite des Areals deutlich, mit denen sich die Stadt Oberhausen seither befasst. 
Die Rahmenbedingungen werden derzeit im politischen und verwaltungsinternen Umfeld geklärt. Sobald entsprechende Entscheidungen vorliegen werden die Bürgerinnen und Bürger erneut einbezogen.

Kontakt

Stadt Oberhausen
Stadtplanung, Bauen, Mobilität und Umwelt
Simon Kölsch
Technisches Rathaus Oberhausen
Bahnhofstr. 66
46042 Oberhausen

Tel.: 0208 825-3274
E-Mail: simon.koelsch@oberhausen.de