Bereich Gesundheit

Auswirkungen auf die Gesundheit

Hitze kann die Gesundheit aller Menschen gefährden! 

Viele Menschen fühlen sich durch höhere Temperaturen erstmal wohler. Bleibt das Thermometer dauerhaft über 30°C, auch bei gleichzeitig nächtlichen hohen Temperaturen von 20°C und mehr, leiden so gut wie alle Menschen. Kommt zusätzlich eine höhere Luftfeuchtigkeit dazu, wird unsere Fähigkeit durch Schwitzen die Körpertemperatur zu regulieren massiv beeinträchtigt. Dadurch drohen ernsthafte gesundheitliche Schäden. 

Beachten Sie bitte grundsätzlich die Hinweise in "GIB ACHT"! 

Die vergangenen Hitzeperioden haben gezeigt, dass hitzebedingte Gesundheitsprobleme manche Menschen stärker betreffen als andere. Je höher die Anfälligkeit für Erkrankungen ist und je hilfloser eine Person gegenüber Hitzeeinwirkungen ist, umso größer ist das Risiko durch Hitzeeinwirkung zusätzliche Gesundheitsschäden zu erleiden. 

Betroffene sind vor allem die folgenden Personengruppen, auf die gesondert eingegangen wird und für die jeweils besondere Schutzmaßnahmen zu beachten sind. 

 

Vor allem Menschen ab dem 65. Lebensjahr, die alleine leben und pflegebedürftige Menschen sind besonders stark gefährdet. Die Gefahr steigt mit zunehmendem Alter, weil die Fähigkeit des Körpers im Alter zur Selbstkühlung durch Schwitzen abnimmt und ältere Menschen häufig ein mangelndes Durstempfinden haben. Dadurch trinken sie zu wenig und die Fähigkeit zu schwitzen wird weiter reduziert. So kann sich die Temperatur des Körpers bei Hitze schnell auf ein gesundheitsgefährdendes Niveau erhöhen. 

Die Gefahr einer Dehydrierung (Austrocknung des Körpers) besteht insbesondere dann, wenn das Trinken bei eingeschränkten kognitiven Fähigkeiten oder Altersdemenz vergessen wird. 

Des weiteren nimmt die Anfälligkeit für Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei steigenden Temperaturen zu - außerdem können erforderliche Medikamente die Empfindlichkeit des Körpers auf Hitze erhöhen. 

Bei Hitze ändern sich die Aufnahme und Verarbeitung von Medikamenten-Wirkstoffen im Körper, wodurch Über- oder Unterdosierungen drohen können. 

Das hat einen höheren Pflegeaufwand bei Hitze zur Folge! 

Grundsätzlich gilt: 

  • wenn möglich: aufhalten in kühlen Räumen, Räume abdunkeln, Sonneneinstrahlung in Räumen, z.B. durch Rollos vermeiden und nachts/frühmorgens lüften
  • Kontakt zu Hausärzt:innen halten, Trinkmengen und Medikamentenanpassung besprechen 
  • Verhalten an die Hitze anpassen, gut auf sich aufpassen! 
  • Unterstützung von Angehörigen, Freund:innen und Nachbar:innen annehmen 

Die meisten Menschen mit chronischen Krankheiten haben eine geminderte Fähigkeit, sich an schnell ändernde Temperaturen anzupassen. Andere chronisch Erkrankte kämpfen bei Hitzewellen mit einer Verschlechterung der Symptomatik bis hin zu lebensbedrohlichen Zuständen. Teilweise ist aber auch die Wirkung ihrer Medikamente durch Dehydrierung (Austrocknung des Körpers) gemindert. In anderen Fällen mindern die Medikamente sogar die Hitzeanpassungsfähigkeit der chronisch Erkrankten durch eine Vorbelastung des Herz-Kreislauf-Systems. Auch die richtige Lagerung von Medikamenten wird schwieriger bei steigenden Temperaturen. Ihre Haltbarkeit kann beeinträchtigt werden. 

Grundsätzlich gilt: 

  • wenn möglich: aufhalten in kühlen Räumen, Räume abdunkeln, Sonneneinstrahlung in Räumen, z.B. durch Rollos vermeiden und nachts/frühmorgens lüften
  • Kontakt zu Hausärzt:innen halten, Trinkmengen und Medikamentenanpassung besprechen 
  • Regelmäßiges Trinken und wasserhaltige Lebensmittel zu sich nehmen 
  • Verhalten an die Hitze anpassen und sich vor der Sonne und Hitze gut schützen 
  • Unterstützung von Angehörigen, Freund:innen und Nachbar:innen annehmen
 

Hinweise für menschen, die Medikamente einnehmen:

Medikamente können die Regulation der Temperatur des Körpers und die Hitzeanpassung des Körpers vermindern, z.B. in dem sie die Durchblutung der Haut verhindern, den Elektrolytverlust fördern und den Stoffwechsel beeinflussen. Zu beachten sind auch physiologische Unterschiede zwischen Frauen und Männern. Darum sprechen Sie mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt, vor allem bei der Einnahme von entwässernden Medikamenten, Herz-Kreislauf-Medikamenten und Psychopharmaka. 
Zur richtigen Lagerung der verschiedenen Medikamente fragen Sie in Ihrer Apotheke. 

Körperliche Veränderungen in der Schwangerschaft beeinflussen auch die körpereigene Regulierung hoher Temperaturen. Demzufolge sind in Hitzeperioden die persönlichen Verhaltensmaßnahmen den äußeren Bedingungen anzupassen. 

 

Grundsätzlich gilt: 

  • Körper kühlen und ausreichend Ruhephasen einbauen 
  • Aktivitäten auf die kühleren Morgen- und Abendstunden legen 
  • Möglichst leicht essen und auf ausreichen Flüssigkeitszufuhr achten 
  • Räume abdunkeln, Sonneneinstrahlung in Räumen, z.B. durch Rollos vermeiden und nachts/frühmorgens lüften 
  • Unterstützung von Angehörigen, Freund:innen und Nachbar:innen annehmen 
  • bei Fragen Hebamme und Frauenärzt:in ansprechen 
 

Die gesundheitliche Beeinträchtigung infolge von Hitze unterscheidet sich je nach Lebensalter und Vorerkrankungen. Säuglinge und Kleinkinder haben nur eingeschränkt die Möglichkeit ihre Körpertemperatur über Schwitzen zu regulieren. Gleichzeitig haben sie meist einen hohen Bewegungsdrang. 

Da Säuglinge und Kleinkinder außerdem eine erhöhte Atemfrequenz und eine erhöhte Sauerstoffaufnahme haben, nimmt gleichermaßen die Ozonbelastung zu. Aufenthalte im Freien und das Lüftungsverhalten sich dementsprechend er Ozonbelastung anzupassen. Aktuelle Informationen finden Sie hier

Besonders die Haut kleiner Kinder braucht einen konsequenten Schutz vor der Sonne, da sie noch sehr empfindlich ist. Dies betrifft vor allem Kinder im ersten Lebensjahr. Generell sollten alle Kinder möglichst keiner direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt werden. 

 

Grundsätzlich gilt: 

  • Hitze und direkte Sonneneinstrahlung meiden. Vor allem zwischen 11-16 Uhr. Die Haut mit langärmligen T-Shirts und langen Hosen bedecken und im Schatten aufhalten. Sonnencreme sollte immer die zweite Wahl darstellen und mindestens einen Lichtschutzfaktor von 30 haben. 
    (Weitere Informationen finden Sie hier.)
  • Windelmenge und Körpertemperatur im Blick behalten 
  • Auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten und Getränkte auch unterwegs mitnehmen 
  • Leichte Kleidung wählen 
  • Aktivitäten auf die kühleren Morgen- und Abendstunden legen 
  • Räume abdunkeln, Sonneneinstrahlung in Räumen, z.B. durch Rollos vermeiden und nachts/frühmorgens lüften 

Menschen, die im Freien arbeiten oder im Freien intensiv Sport treiben, sind einer besonderen Belastung bei Hitze ausgesetzt und daher besonders gefährdet. Zum einen augrund ihrer Exposition (Dauer, Häufigkeit und Intensität) gegenüber Hitze und zum anderen durch die hohe körperliche Aktivität. 
Arbeitsschutzkleidun  oder Abwärme von Maschinen können zu weiterer Hitzebelastung beitragen. Diese Personen sind insbesondere durch den hohen Flüssigkeitesverlust durch schwitzen und durch lange, direkte Sonneneinstrahlung gefährdet. 

Grundsätzlich gilt: 

  • Mittagssonne meiden und sportliche Aktivitäten möglichst in die frühen Morgenstunden oder späten Abendsstunden legen, Ozonwerte beachten 
  • Funktionskleidung tragen (möglichst mit  UV-Schutz) 
  • Sonnenschutzcremes mit ausreichendem Lichtschutzfaktor verwenden und regelmäßig nachcremen. Lassen Sie sich ggf. ärztlich oder in der Apotheke beraten. 
  • Viel trinken, möglichst schattige Plätze und Strecken nutzen 
  • Trainingsintensität der Hitze anpassen 
  • Auf Warnzeichen des Körpers, wie Kopfschmerzen, Muskelkrämpfe und Schwindel achten und sofort Gegenmaßnahmen, wie Schatten aufsuche, Flüssigkeitszufuhr und kalte Umschläge einleiten. Ärzt:in aufsuchen! 
  • Auf ausreichenden Kopf- und Hautschutz achten