Delegationsreise nach Iglesias stärkt Städtepartnerschaft


22.08.2025 - Eine Oberhausener Delegation hat in diesem Monat Iglesias auf Sardinien besucht, um die bestehenden Partnerschaften zu vertiefen, den kulturellen Austausch zu intensivieren und neue Kooperationsfelder zu eröffnen. Auf die Reise machten sich Bürgermeister Werner Nakot, die Stadtverordnete Sandra Gödderz (Kulturausschuss) und Desbina Kallinikidou vom Büro für Interkultur.
Anlass der Einladung war die Unterzeichnung einer Vereinbarung zur weiteren Zusammenarbeit zwischen den Städten Oberhausen und Iglesias.
Um der Unterzeichnung einen passenden Rahmen zu bieten, wurde die Oberhausener Delegation vom 12. bis 15. August in der Zeit der mittelalterlichen Festwoche der Stadt Iglesias eingeladen.
In dieser Zeit fand eine mittelalterliche Parade von zahlreichen Vereinen aus Iglesias, die verschiedene Stadtteile vertreten, sowie von Gästen aus anderen Teilen Sardiniens statt. Die Parade führte durch die malerische Altstadt und endete auf dem Hauptplatz der Stadt, der Piazza Sella.
Auf dem Besuchsprogramm der Delegation stand auch eine Besichtigung der Grotte Santa Barbara im Bergwerk San Giovanni und der Verladestation Porto Flavia. Beide Orte gehören zu den touristischen Highlights von Iglesias und verbinden Industriegeschichte und Natur in besonderer Weise. Der Bergbau war in Iglesias bis 1998 aktiv. Seit dem Umbau der ehemaligen Industrieorte zu kulturellen Anziehungspunkten konnten die Besucherzahlen stetig gesteigert werden. „Wir haben viele Gäste aus verschiedenen Teilen Italiens und Europas, würden uns aber sehr über mehr Gäste aus Deutschland freuen“, sagte Daniele Reginali, der Beigeordnete für Planung und Entwicklung der Stadt Iglesias bei der Besichtigung von Porto Flavia. Von dort wurden im vergangen Jahrhundert Erze auch nach Oberhausen in die Zinkfabrik Altenberg verladen.
Am 14. August kam es dann im historischen Rathaus der Stadt Iglesias mit der Unterzeichnung einer Vereinbarung zur weiteren Zusammenarbeit zum Höhepunkt des Besuchs. Die beiden Bürgermeister Werner Nakot und Mauro Usai betonten in ihren Reden die Bedeutung der Städtepartnerschaft und der Zusammenarbeit zwischen beiden Städten in Europa. Das Memorandum zur weiteren Zusammenarbeit hat die Schwerpunkte Kulturaustausch und Kooperation, gegenseitige Förderung der Vermarktung lokaler Produkte und die gemeinsame Beantragung von EU-Projekten.
Mit den Beigeordneten Daniele Reginali und Carlotta Cima (Kultur und Veranstaltungen) hat Desbina Kallinikidou das weitere Vorgehen abgestimmt.
Ein krönender Abschluss des Besuchs war der 15. August, der in ganz Italien ein hoher Feiertag ist. Die Zeremonie begann mit einem festlichen Gottesdienst zu Mariä Himmelfahrt in der Kathedrale Santa Chiara, die auch die Schutzheilige der Stadt ist. Im Anschluss daran fand eine Prozession von Kerzenträgern mit sieben festlich geschmückten hölzernen Kerzenständern statt, die bis zu 400 Kilo wiegen und von 16 bis 20 Personen getragen werden. Die sieben getragenen Kerzenständer stehen für sieben Stadtteile von Iglesias.
Die Oberhausener Delegation war sehr beeindruckt von der Vielfalt des Programms, der Schönheit Sardiniens und den vielen Möglichkeiten zur weiteren Zusammenarbeit mit den beiden Partnerstädten Iglesias und Carbonia.
Bürgermeister Werner Nakot sieht viele Verbindungen mit den sardischen Partnern: „Mit unseren beiden sardischen Partnerstädten verbindet uns der Bergbau, wo die Menschen sich vertrauen und zusammenhalten, und die Herausforderung des Strukturwandels.“