Smart Country Convention
Stadt Oberhausen stellt digitale Lösungen vor
16.10.2026 - Die Digitalisierung der Verwaltungen nimmt weiter Fahrt auf. Der Einsatz von neuen Technologien, innovativen Lösungen und vor allem die Zusammenarbeit der Kommunen machen Verwaltungsabläufe effizienter und bürgerfreundlicher. Das zeigte die diesjährige Smart Country Convention (SCCON), die vom 13. bis 15. Oktober 2026 in Berlin stattfand. Die bundesweite Fachmesse für die Digitalisierung des öffentlichen Sektors bietet einmal im Jahr den passenden Rahmen für Akteurinnen und Akteure aus Verwaltung, Politik, Wirtschaft und Wissenschaft, um sich auszutauschen.
Gemeinsam mit weiteren Kommunen aus Nordrhein-Westfalen war die Stadt Oberhausen auf dem Gemeinschaftsstand des Ministeriums für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen (MHKBD) in Berlin vertreten.
Im Mittelpunkt standen die Themen Verwaltungsdigitalisierung, Künstliche Intelligenz und digitale Souveränität. Das Smart City Team stellte außerdem Entwicklungen rund um die Themen Geodateninfrastruktur und urbane Datenplattformen vor. Ein weiteres Thema war der Co-Creation-Fund, mit dem die Stadt Oberhausen die Umsetzung innovativer Ideen aus der Bürgerschaft unterstützt.
„Die Smart Country Convention bietet uns die Gelegenheit, mit anderen Städten, Gemeinden und Ministerien ins Gespräch zu kommen. Beim Thema Digitalisierung können wir viel voneinander lernen und gemeinsam mehr erreichen. Davon profitieren auch die Bürgerinnen und Bürger, etwa durch einfachere Verwaltungsabläufe und digitale Angebote, die den Alltag erleichtern“, fasst Michael Jehn, Beigeordneter der Stadt Oberhausen, seine Eindrücke zur Messe zusammen.
Digitale Souveränität im Mittelpunkt
Das Leitthema auf dem Gemeinschaftsstand des MHKBD war „Sicher – resilient – digital“. Dabei geht es um die Frage, wie öffentliche Verwaltungen ihre digitale Handlungsfähigkeit langfristig sichern können. Bei einem Bühnenauftritt und einem vertiefenden Fachgespräch vertrat Thong Lai, Fachbereichsleiter, die Stadt Oberhausen mit einem Beitrag zum Thema digitale Souveränität durch Open-Source.
Digitale Souveränität bedeutet, dass Kommunen selbst entscheiden können, welche Technologien sie einsetzen, wie sie diese nutzen und mit welchen Anbietern sie zusammenarbeiten. Es geht nicht nur um den Einkauf neuer oder die Nutzung von Open-Source-Software, sondern um die Fähigkeit einer Kommune, ihre digitale Zukunft selbst zu gestalten. Ziel ist nicht, alles selbst zu entwickeln oder zu betreiben, sondern jederzeit selbst entscheiden zu können, wie, wo und mit wem digitale Services dauerhaft betrieben werden.
„Dafür brauchen wir offene Standards, das entsprechende Wissen in unseren Verwaltungen und die Zusammenarbeit mit anderen Kommunen. Wenn wir Erfahrungen teilen und Lösungen gemeinsam entwickeln, reduzieren wir Abhängigkeiten und stärken unsere Handlungsfähigkeit“, so Thong Lai, Fachbereichsleiter im IT-Bereich der Stadt Oberhausen.
Austausch für die Weiterentwicklung der digitalen Verwaltung
Die Smart Country Convention bietet die Gelegenheit zum direkten Austausch und dieser ist wichtig. Etwa bei der Einführung digitaler Verwaltungsdienstleistungen, dem Einsatz Künstlicher Intelligenz oder der sicheren Nutzung kommunaler Daten. Statt Lösungen unabhängig voneinander zu entwickeln, können Städte vorhandenes Wissen und bereits erprobte Anwendungen gemeinsam nutzen.
Diesen Ansatz verfolgt die Stadt Oberhausen unter anderem mit zwei interkommunalen Projekten: den Kooperationsgemeinschaften „KommI – Kommunale Intelligenz“ und „KDN.upd“.
Im Rahmen von „KommI“ entwickelt die Stadt Oberhausen mit anderen Kommunen und IT-Dienstleistern, wie der Kommunalen Datenverarbeitungszentrale (kdvz) Rhein-Erft-Rur, der regio IT, den Hochsauerlandkreis und der Gelsenkirchener Kommunalen Datenzentrale Emscher-Lippe (gkd-el), KI-Lösungen. Ziel ist es, praxistaugliche KI-Anwendungen für kommunale Verwaltungen zu entwickeln, gemeinsam nutzbar zu machen und effizient voranzubringen. Dafür wurde die Stadt Oberhausen im April dieses Jahres bereits mit dem Landespreis für innovative Zusammenarbeit in NRW ausgezeichnet.
Ein weiteres Beispiel ist die Kooperationsgemeinschaft „KDN.udp“. Gemeinsam mit anderen Kommunen und kommunalen IT-Dienstleistern arbeitet die Stadt Oberhausen an einer urbanen Datenplattform, die einen wirtschaftlichen und nachhaltigen Betrieb für Kommunen ermöglicht. Auf dieser Plattform wird Wissen aus unterschiedlichen Bereichen der Verwaltungen zusammengeführt und genutzt. Anwendungsfelder reichen beispielsweise von der Analyse von Wartezeiten im Bürgerservice, die Bereitstellung von Sensordaten, beispielsweise zu Hochwasserständen oder Windstärke, der Auswertung von Leihmedien im Bibliotheksbetrieb bis zum Tracking der Lösungszeiten für IT-Tickets.
Für die Stadt Oberhausen stand auf der Smart Country Convention nicht allein die Präsentation eigener Projekte im Vordergrund. Die Teilnahme an der Messe wurde auch genutzt, um Anregungen für weitere Digitalisierungsprojekte in der Stadtverwaltung mitzunehmen, bereits bestehende Lösungen für anstehende Digitalisierungsthemen kennenzulernen und vor Ort zu vergleichen sowie den Austausch und die Vernetzung innerhalb der Branche zu vertiefen.