Bereich Gesundheit
Kommunale Krisen- und Pandemieplanung

Die COVID-19-Pandemie hat eindrücklich gezeigt, wie schnell sich gesundheitliche Gefahren über Ländergrenzen hinweg ausbreiten können und welche weitreichenden Auswirkungen eine solche Krise auf das Gesundheitswesen, die Gesellschaft, die Wirtschaft und das alltägliche Leben haben kann.
Die Erfahrung der vergangenen Jahre haben zugleich die Bedeutung einer vorausschauenden Planung und gut vorbereiteter Strukturen verdeutlicht, die im Krisenfal schnell aktiviert werden können.
Krisen sind heute vielfältiger, komplexer und können sich in kurzer Zeit entwickeln. Globale Vernetzung, technische Abhängigkeit und gesellschaftliche Veränderungen erhöhen dabei die gegenseitigen Abhängigkeiten und die möglichen Auswirkungen von Krisenlagen. Neben Pandemien und anderen gesundheitlichen Notlagen gehören dazu beispielsweise Extremwetterereignisse wie Starkregen, Hitzeperioden und Stürme, technische Störungen und der Ausfall kritischer Infrastrukturen, etwa durch großflächige Stromausfälle. Auch außergewöhnliche Gefahrenlagen, beispielsweise terroristisch begründete CBRN-Lagen (chemisch, biologisch, radiologisch, nuklear), sowie einen Massenanfall von verletzten oder infizierten Personen (MANV/MANI) erfordern eine entsprechende Vorbereitung.
Eine umfassende kommunale Krisen- und Pandemieplanung schafft die Grundlage dafür, auf unterschiedliche Bedrohungslagen vorbereitet zu sein, Zuständigkeiten und Abläufe frühzeitig zu definieren und im Ernstfall handlungsfähig zu bleiben. Sie trägt dazu bei, Reaktionszeiten zu verkürzen, notwendige Ressourcen und Strukturen schnell zu aktivieren sowie die Versorgung und Sicherheit der Bevölkerung bestmöglich zu gewährleisten.
Ziel der kommunalen Krisen- und Pandemieplanung ist daher, aus den Erfahrungen vergangener Krisen zu lernen und gleichzeitig langfristig tragfähige Strukturen für zukünftige Herausforderungen zu schaffen. Eine systemische und vorrausschauende Vorbereitung stärkt die Resilienz der Kommune und hilft dabei, die Auswirkungen von Krisen auf die Bevölkerung und das gesellschaftliche Leben so weit wie möglich zu begrenzen.
Pandemieplan
Der Pandemieplan bildet Teil 1 des kommunalen Kernplans, der sich aus der Pandemieplanung und der Krisenplanung zusammensetzt. Er schafft die Grundlage, um die Kommune auf zukünftige Pandemien und andere gesundheitliche Krisen vorzubereiten und im Bedarfsfall schnell und koordiniert handeln zu können. Bei der Entwicklung des Pandemieplans wurden die Erfahrungen aus der COVID-19-Pandemie berücksichtigt und zugleich langfristig tragfähige Strukturen für zukünftige gesundheitliche Krisen geschaffen. Ziel ist es, notwendige Ressourcen und Strukturen im Krisenfall schnell aktivieren zu können und die Auswirkungen einer Gesundheitsnotlage auf die Bevölkerung möglichst zu begrenzen.
Der Pandemieplan wird fortlaufend evaluiert und angepasst, um aktuelle Erkenntnisse und Entwicklungen zu berücksichtigen und die kommunalen Strukturen kontinuierlich weiterzuentwickeln. Dabei orientiert sich die Pandemieplanung an bewährten Strukturen des Krisenmanagements und leistet damit einen wichtigen Beitrag zum gesundheitlichen Bevölkerungsschutz.
Krisenratgeber der Feuerwehr Oberhausen
Krisen- und Notsituationen können unerwartet eintreten und den Alltag erheblich beeinträchtigen. Eine gute Vorbereitung hilft dabei, im Ernstfall angemessen zu reagieren, wichtige Informationen schnell zu finden und notwendige Unterstützung in Anspruch nehmen zu können. Der Bereich Zivil- und Katastrophenschutz der Feuerwehr Oberhausen hat eine eigene Internetseite erstellt. Der Krisenratgeber der Feuerwehr bietet wichtige Informationen für unterschiedliche Not- und Krisensituationen. Er enthält unter anderem eine Übersicht über Notruf- und Informationspunkte in Oberhausen, Informationen zur Warnung der Bevölkerung sowie eine Notfall-Checkliste in sechs verschiedenen Sprachen.
Der Krisenratgeber unterstützt dabei sich frühzeitig zu informieren und wichtige Vorkehrungen für den Ernstfall zu treffen.
Weitere Informationen und praktische Hinweise finden Sie außerdem in diesem Flyer.
Eine gute persönliche Vorsorge, kann dazu beitragen, in Krisen- und Katastrophensituationen handlungsfähig zu bleiben und sich selbst und andere unterstützen zu können. Denn im Krisenfall kann es zu Einschränkungen bei der Versorgung mit wichtigen Gütern und Dienstleistungen kommen. Der Ratgeber des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe für Vorsorge bei Krisen und Katastrophen enthält praktische Hinweise und Tipps zur Selbsthilfe. Er zeigt, wie sich Haushalte auf unterschiedliche Notlagen vorbereiten können und welche Vorkehrungen sinnvoll sind, um auch bei Einschränkungen der Infrastruktur möglichst gut versorgt zu sein.
checkliste für AMbulante und (teil-)stationäre Pflegeeinrichtungen
Ambulante und (teil-)stationäre Pflegeeinrichtungen tragen eine besondere Verantwortung für die Versorgung und den Schutz pflegebedürftiger Menschen. Eine gute Vorbereitung auf Krisen- und Notfallsituationen hilft dabei, auch unter besonderen Bedingungen handlungsfähig zu bleiben und die Versorgung möglichst sicherzustellen.
Der Bereich Gesundheit hat deswegen eine Checkliste zur Krisenvorbereitung für ambulante und (Teil-)stationäre Pflegeeinrichtungen vorbereitet, die als freiwillige Hilfestellung dient. Sie bietet eine strukturierte Orientierung, um wichtige Bereiche der Krisenvorsorge zu betrachten, bestehende Vorbereitungen zu überprüfen und mögliche Handlungsbedarfe zu erkennen.
Hitzeaktionsplan
Neben Pandemien und anderen Krisenlagen stellen auch die gesundheitlichen Auswirkungen des Klimawandels eine zunehmende Herausforderung für den Bevölkerungsschutz dar. Die Auswirkungen der Klimaerwärmung sind auch in unserer Kommune deutlich spürbar. Um diesen Herausforderungen zu begegnen, wurde im Jahr 2023 ein umfassendes Klimaanpassungskonzept für Oberhausen beschlossen. Der Bereich Gesundheit erhielt dabei den Auftrag, einen kommunalen Hitzeaktionsplan zu koordinieren und zu erstellen.
Der Hitzeaktionsplan ergänzt damit die kommunale Pandemie- und Krisenplanung um einen weiteren wichtigen Bereich der gesundheitlichen Vorsorge. Ziel ist es, gesundheitliche Risiken durch Hitze frühzeitig zu erkennen, geeignete Schutzmaßnahmen zu entwickeln und insbesondere gefährdete Bevölkerungsgruppen zu schützen.
Er ist ein dynamisches Dokument und wird fortlaufend weiterentwickelt, ergänzt und angepasst. Denn auch der Klimawandel schreitet kontinuierlich voran und stellt die Kommune immer wieder vor neue Herausforderungen.
Kontakt
Dr. Charlotte Weber
Tannenbergstraße 11 - 13
46045 Oberhausen
Tel.: 0208 825-2446
E-Mail: charlotte.weber@oberhausen.de
Stand 10/2026