Melanchthonschule erhält modernen Erweiterungsneubau
Stadt Oberhausen investiert rund 12 Millionen Euro
05.11.2026 - Die Melanchthonschule an der Erzbergerstraße in Oberhausen-Alsfeld wird erweitert und baulich weiterentwickelt. Mit einem zweigeschossigen Erweiterungsneubau und gezielten Umbauten im bestehenden Schulgebäude schafft die Stadt Oberhausen zusätzliche Raumkapazitäten und verbessert die räumlichen Voraussetzungen für zeitgemäßes Lernen.
Das Projekt umfasst sechs neue Klassenräume, Differenzierungsräume, einen großzügigen Mehrzweckraum mit Empore sowie neue Sanitäreinrichtungen. Hinzu kommt die Neugestaltung der Außenanlagen und die Modernisierung ausgewählter Bereiche des Bestandsgebäudes. Die geschätzten Gesamtkosten einschließlich Außenanlagen und Baunebenkosten belaufen sich auf rund 12,2 Millionen Euro brutto.
Die Maßnahme wird im Rahmen des NRW-Infrastrukturprogramms 2025 – 2036 umgesetzt. Die Finanzierung erfolgt aus dem Förderbudget des Landes Nordrhein-Westfalen, das der Stadt Oberhausen durch das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung in Höhe von rund insgesamt 122 Millionen Euro zur Verfügung gestellt wurde. Rechtsgrundlage sind das NRW-Infrastrukturgesetz und das Gesetz zur Finanzierung von Infrastrukturinvestitionen von Ländern und Kommunen.
„Investitionen in unsere städtischen Immobilien sind Investitionen in die Zukunft unserer Stadt. Mit dem Erweiterungsneubau an der Melanchthonschule schaffen wir nicht nur dringend benötigte Flächen, sondern setzen auf eine langfristig tragfähige bauliche Lösung. Dabei verbinden wir Funktionalität, Qualität und Nachhaltigkeit. Das Gebäude ist so konzipiert, dass es den Anforderungen eines modernen Schulstandorts gerecht wird und zugleich einen verantwortungsvollen Umgang mit öffentlichen Mitteln ermöglicht“, erläutert der Beigeordnete Michael Jehn als Verantwortlicher der Stadt für das Immobilienmanagement und die SBO.
Mehr Raum für zeitgemäßes Lernen
Der Neubau wird als L-förmiger, zweigeschossiger Baukörper errichtet und knüpft an die äußeren Abmessungen des bestehenden Schulgebäudes an. Durch seine Anordnung entsteht ein Innenhof. Gleichzeitig wird der Schulhof in einen aktiven Spielbereich und einen ruhigeren Aufenthaltsbereich gegliedert. Die neuen Räume bieten vielfältige Möglichkeiten für Unterricht, individuelle Förderung und gemeinschaftliche Aktivitäten.
Im Erdgeschoss sind neben zwei Klassenräumen ein Differenzierungsraum und ein Mehrzweckraum vorgesehen. Im Obergeschoss entstehen vier weitere Klassenräume und zwei Differenzierungsräume. Der Mehrzweckraum lässt sich über eine großflächige Verglasung und Türen zum Außenbereich öffnen. Eine darüberliegende Empore bietet zusätzliche Fläche zum Lernen und Zuschauen. Im Bestandsgebäude wird die bisherige Aula zu einem Selbstlernzentrum umgestaltet.
„Eine gute Lernumgebung braucht Räume, die unterschiedliche Unterrichtsformen ermöglichen und auf die Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler eingehen. Mit zusätzlichen Klassen- und Differenzierungsräumen schaffen wir bessere Voraussetzungen für individuelles und gemeinsames Lernen. Der neue Mehrzweckraum und das Selbstlernzentrum erweitern darüber hinaus die Möglichkeiten, Lernen, Begegnung und schulisches Leben miteinander zu verbinden. Damit stärken wir den Schulstandort und schaffen Perspektiven für die zukünftige Entwicklung der Melanchthonschule“, erklärt der verantwortliche Schuldezernent Jürgen Schmidt.
Klare Architektur und nachhaltige Gebäudetechnik
Die Planung stammt vom Architekturbüro BST Architekten. Der Erweiterungsbau erhält eine helle Klinkerfassade, die einen eigenständigen architektonischen Akzent setzt und zugleich eine Verbindung zum bestehenden Schulensemble herstellt. Anthrazitfarbene Fenster, Außentüren und Attikaabdeckungen ergänzen das Gestaltungskonzept. Besonders prägend ist der zweigeschossige Mehrzweckraum mit seiner großflächigen Glasfassade, die Transparenz schafft und den Raum zum Außenbereich öffnet.
Auch die ökologische Qualität ist Bestandteil der Planung: Das rund 685 Quadratmeter große Flachdach wird begrünt. Die Wärmeversorgung des Neubaus erfolgt unabhängig vom Bestandsgebäude über eine Wärmepumpe in Kombination mit einer Photovoltaikanlage. Die barrierefreie Verbindung zwischen Neubau und Bestand wird über das neue Treppenhaus hergestellt; zusätzlich erschließt ein Aufzug die Gymnastikhalle barrierefrei.
„Unser Ziel war es, einen Erweiterungsbau zu entwerfen, der sich selbstverständlich in den Schulstandort einfügt und zugleich eine eigene architektonische Identität entwickelt. Die L-förmige Gebäudeanordnung schafft einen geschützten Innenhof und unterstützt eine klare Gliederung der Außenbereiche. Im Inneren ermöglichen flexibel nutzbare Räume unterschiedliche Formen des Lernens und der Begegnung. Die helle Klinkerfassade, die großzügige Verglasung des Mehrzweckraums und die Kombination aus Dachbegrünung, Wärmepumpe und Photovoltaik verbinden Gestaltung, Funktionalität und Nachhaltigkeit“, erläutert die Architektin Maren Baumast von BST Architekten.
Raumklima und Wärmeschutz
im Rahmen des Projektes wurden verschiedene bauliche und technische Maßnahmen zum sommerlichen Wärmeschutz berücksichtigt, um auch bei hohen Außentemperaturen ein angenehmes Raumklima zu gewährleisten. Die Klassen- und Differenzierungsräume wurden gezielt auf der Gebäuderückseite angeordnet. Dadurch sind die großflächigen Fensteröffnungen überwiegend nach Nordosten bzw. Nordwesten ausgerichtet. Ergänzend werden diese durch außenliegende Raffstoreanlagen verschattet, wodurch der direkte Sonneneintrag weiter reduziert und einer übermäßigen Erwärmung der Räume entgegengewirkt wird. Die Erschließungsflure des Neubaus befinden sich auf der Südseite des Gebäudes und wurden mit Aufenthaltsqualität gestaltet. Auch hier ermöglichen zentral gesteuerte, außenliegende Raffstoreanlagen eine bedarfsgerechte Verschattung und tragen dazu bei, die sommerliche Wärmebelastung zu reduzieren.
Die Aula wird zusätzlich zur außenliegenden Verschattungsanlage mit einer mechanischen Lüftungsanlage ausgestattet. Diese unterstützt den erforderlichen Luftaustausch und trägt zur Verbesserung des Raumklimas bei. Das großflächige Flachdach wird extensiv begrünt. Neben dem Beitrag zur Wärmedämmung und zum sommerlichen Wärmeschutz wirkt sich die Dachbegrünung durch die Rückhaltung von Regenwasser und die Verdunstung positiv auf das Mikroklima im unmittelbaren Gebäudeumfeld aus. Die Maßnahmen reduzieren die sommerliche Wärmebelastung und unterstützen ein angenehmes Raumklima.
Sorgfältige Umsetzung im laufenden Schulumfeld
Neben dem Neubau sind umfangreiche Arbeiten im Bestand vorgesehen. Die vorhandenen Laubengänge und der marode Sanitärpavillon werden zurückgebaut. Ein weiterer Klassenraumpavillon bleibt erhalten und wird in das neue Gesamtkonzept integriert. Die Schulverwaltung verbleibt im Bestandsgebäude. Durch die bauliche Neuordnung werden zudem die erforderlichen zweiten baulichen Rettungswege für das Bestandsgebäude und die Gymnastikhalle sichergestellt.
Die Umsetzung des Projekts erfordert die Koordination unterschiedlicher Bauleistungen, technischer Anforderungen und der Arbeiten im vorhandenen Schulumfeld. Die Projektbetreuung begleitet die einzelnen Schritte von der Planung über die Bauausführung bis zur Fertigstellung.
„Bei einem Bauvorhaben dieser Größenordnung kommt es darauf an, die vielen Beteiligten und Arbeitsschritte zuverlässig aufeinander abzustimmen. Unser Anspruch ist es, die terminlichen, wirtschaftlichen und qualitativen Ziele im Blick zu behalten und die Umsetzung in enger Zusammenarbeit mit der Stadt, den Planenden und den ausführenden Unternehmen zu steuern. Gerade bei einer Erweiterung im bestehenden Schulumfeld müssen Neubau, Bestandsumbau und Außenanlagen als zusammenhängendes Projekt betrachtet werden“, erklärt Florian Reeh, Betriebsleiter der SBO Servicebetriebe Oberhausen.
Fertigstellung in zwei Bauabschnitten
Die Baugenehmigung für den Erweiterungsneubau wurde im Oktober 2025 erteilt. Die ersten Erdarbeiten im Zusammenhang mit den Maßnahmen des Kampfmittelräumdienstes begannen im November 2025; der eigentliche Baubeginn erfolgte im Januar 2026. Nach aktueller Planung soll der Erweiterungsneubau einschließlich der neuen Außenanlagen Ende 2027 fertiggestellt werden. Die Umbauarbeiten im Bestandsgebäude sowie die Arbeiten an den dortigen Außenanlagen sollen im Juli 2028 abgeschlossen sein.
Carola Berger, Schulleitung der Melanchthonschule freut sich auf die neuen Räumlichkeiten: „Wir erhalten ganz neue Möglichkeiten für die Gestaltung unseres Schullebens. Zusätzliche Klassen- und Differenzierungsräume schaffen Platz für unterschiedliche Lernformen und eine individuellere Förderung unserer Schülerinnen und Schüler. Besonders der neue Mehrzweckraum und das zukünftige Selbstlernzentrum bieten großes Potenzial für gemeinsames Lernen, selbstständiges Arbeiten und vielfältige Begegnungen. Wir sehen den Erweiterungsbau als wichtige Investition in die Zukunft unserer Schule und freuen uns darauf, die neuen Räume gemeinsam mit unseren Schülerinnen und Schülern mit Leben zu füllen.“


