Bus, Rollator und zugeparkte Haltestellen: Senioren sagen, was sie bewegt
Erste Bürgersprechstunden von Seniorenbeiratsvorsitzendem Helmut Brodrick – weitere Termine in Oberhausen geplant
22.09.2026 - Zu hohe Fahrpreise, zugeparkte Bushaltestellen, fehlende Barrierefreiheit und zu schnelle Autos: Bei den ersten Bürgersprechstunden des Vorsitzenden des Seniorenbeirates, Helmut Brodrick, kamen zahlreiche Themen auf den Tisch, die ältere Menschen in ihrem Alltag beschäftigen.
Am Mittwoch, 16. September, lud Brodrick erstmals ins Quartiersbüro Sterkrade-Nord ein, einen Tag später folgte die Sprechstunde im Quartiersbüro Mitte/Styrum. Jeweils rund zehn Bürgerinnen und Bürger nutzten die Gelegenheit, ihre Anliegen persönlich vorzutragen.
„Ich wollte nicht nur über die Belange älterer Menschen sprechen, sondern mit ihnen“, erklärt Brodrick. Die Gespräche hätten gezeigt, wie unterschiedlich die Probleme vor Ort seien – aber auch, welche Themen viele Seniorinnen und Senioren miteinander verbinden.
Ganz oben auf der Liste stand der öffentliche Nahverkehr. Die STOAG wurde gleich mehrfach zum Gesprächsthema. Die Bürgerinnen und Bürger sprachen über die Fahrpreise, aber auch über die Fahrgastanzeigen in den Bussen.
Besonders beschäftigt die Seniorinnen und Senioren die Situation an den Haltestellen. Wenn Autos unmittelbar an oder vor einer Haltestelle parken, kann der Bus häufig nicht direkt am Hochbord halten. Für Fahrgäste, die gut zu Fuß sind, mag das nur eine Unannehmlichkeit sein. Für Menschen mit Rollator oder Rollstuhl kann es dagegen zum erheblichen Hindernis werden. Auch Eltern mit Kinderwagen sind auf einen möglichst sicheren und barrierearmen Ein- und Ausstieg angewiesen.
Im Julius-Brecht-Anger kamen weitere Verkehrsprobleme zur Sprache. Dort berichteten Seniorinnen und Senioren insbesondere von zu hohen Geschwindigkeiten in ihrem Wohngebiet. Auch das Abstellen von E-Rollern wurde angesprochen.
Für Brodrick sind solche Hinweise ein wichtiger Bestandteil seiner Arbeit. „Die Bürgersprechstunde gibt den Menschen die Möglichkeit, ihre Erfahrungen unmittelbar weiterzugeben. Genau diese Hinweise aus dem Alltag brauchen wir, wenn wir die Interessen der Seniorinnen und Senioren ernsthaft vertreten wollen.“
Weil das Gespräch mit den Bürgerinnen und Bürgern gut angenommen wurde, sind weitere Sprechstunden auch in den anderen Oberhausener Quartiersbüros geplant.
Die Quartiersbüros sind dabei wichtige Anlaufstellen in den Stadtteilen. Die Stadt Oberhausen betreibt sie gemeinsam mit verschiedenen Trägern. Insgesamt gibt es sechs Quartiersbüros – jeweils eines in jedem der sechs Sozialräume der Stadt. Ziel ist es, als erste Anlaufstelle für Seniorinnen und Senioren aber auch für die Angehörigen zu agieren, die Menschen vor Ort zu erreichen, den Austausch zu fördern und gemeinsam Themen aus dem jeweiligen Quartier aufzugreifen.
Für den Seniorenbeirat bietet sich damit eine gute Möglichkeit, näher an den Menschen und ihren alltäglichen Problemen zu sein. Denn ob ein Bus tatsächlich barrierefrei erreichbar ist, ein E-Roller einen Gehweg versperrt oder Autos zu schnell durch ein Wohngebiet fahren, zeigt sich dort, wo die Menschen leben.
Foto4: Helmut Brodrick im Gespräch mit Seniorinnen und Senioren im Quartiersbüro Sterkrade-Nord im Julius-Brecht-Anger. (Foto: Stadt Oberhausen)
Foto6: Sprechstunde im Quartiersbüro Mitte/Styrum (Foto: Stadt Oberhausen)