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Ehrenamtliche Ersthelfer „Mobile Retter“ seit einem Jahr in Oberhausen aktiv
Bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand zählt jede Sekunde. Das System „Mobile Retter“ ergänzt die Rettungskette in Oberhausen dabei um einen entscheidenden Baustein: Ehrenamtliche, qualifizierte Ersthelfer werden, wenn sie sich in der Nähe eines Notfalls mit Herz-Kreislauf-Stillstand aufhalten, über eine App alarmiert und beginnen bereits mit Wiederbelebungsmaßnahmen, bis der Rettungsdienst eintrifft.
Der Beigeordnete Michael Jehn erläutert die Wichtigkeit der mobilen Retter: „Ehrenamtliches Engagement ist eine der wichtigsten Säulen unserer Gesellschaft, ohne die ein Zusammenleben nur schwer möglich ist. Neben den zahlreichen Bürgerinnen und Bürgern, die unentgeltlich in den unterschiedlichsten Bereichen unserer Stadt unterstützen, leisten die Mobilen Retter ihren Beitrag unter besonders schweren Bedingungen. Sich nach einem Alarm ohne besonders Equipment und ohne die Situation vor Ort zu kennen, selbstlos in ein völlig fremdes Umfeld zu begeben erfordert Mut und Courage. Ihr Beitrag ist besonders wichtig, rettet er doch Menschenleben.“
Dr. Christian Afflerbach, ärztlicher Leiter Rettungsdienst, ergänzt: „Auch wenn Rettungsdienst und Notarzt der Feuerwehr in Oberhausen schnell zur Stelle sind, kann durch die rasche Beteiligung von qualifizierten Ersthelfenden wertvolle Zeit gewonnen werden. Zeit, die über Leben und Tod entscheiden kann, mindestens jedoch über den langfristigen Erfolg der erforderlichen Therapie. Wir sind stolz darauf, was unsere mittlerweile 250 aktiven Mobilen Retter in diesem ersten Jahr geleistet haben. Im Durchschnitt sind Mobile Retter schon nach weniger als dreieinhalb Minuten am Einsatzort – häufig jedoch noch schneller – und haben in mehr als 60 Einsätzen dazu beigetragen, Menschenleben zu retten. Wenn es um Leben und Tod geht, wird die Rettungskette hiermit deutlich gestärkt. Wir danken allen Beteiligten für ihren Einsatz!“
Geht ein Notruf mit der Meldung Herz-Kreislauf-Stillstand oder Bewusstlosigkeit in der Rettungsleitstelle (112) ein, lösen die Disponenten neben dem Alarm für den Rettungsdienst auch eine Alarmierung der Mobilen Retter über die App aus. Das System ortet registrierte Ersthelfende im unmittelbaren Umkreis des Einsatzortes und sendet eine Anfrage auf ihr Smartphone. So sind Mobile Retter oft schneller als der Rettungsdienst am Notfallort und leiten bis zu dessen Eintreffen bereits qualifizierte lebensrettende Maßnahmen ein. Mit jeder verstrichenen Minute, in der keine Wiederbelebungsmaßnahmen erfolgen, sinkt die Überlebenswahrscheinlichkeit um 10%.
Die Mobilen Retter leisten ihre Hilfe ehrenamtlich. Nur so kann ein flächendeckendes Netz zur Rettung von Menschenleben aufgebaut werden. Jede Person ab 18 Jahren mit einer der folgenden Qualifikationen kann ehrenamtliche Mobile Retterin / Mobiler Retter werden: Angehörige von Hilfsorganisationen (ASB, DRK, JUH, MHD), DLRG, THW oder dem Sanitätsdienst der Bundeswehr, Ärztinnen und Ärzte, Mitarbeitende im Rettungsdienst, Feuerwehrleute, Gesundheits- und Krankenpflegerinnen und -pfleger, Einsatzhelferinnen und -helfer (Alpha/Bravo), Hebammen, Polizistinnen und Polizisten o.ä Qualifikation (Mindestvoraussetzung Betriebssanitäter).
Weitere Informationen dazu finden Interessierte unter portal.mobile-retter.org/regionen/stadt-oberhausen