Landespreis für Oberhausener KI-Kooperation
Stadt Oberhausen für innovative interkommunale Zusammenarbeit im Bereich Künstliche Intelligenz ausgezeichnet
16.04.2026 - Am 15. April 2026 wurde die Stadt Oberhausen für das Projekt „KommI – Kommunale Intelligenz“ mit dem Landespreis für innovative Zusammenarbeit in NRW ausgezeichnet. Das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung verlieh den Preis in der Kategorie Kommunale Pflichtaufgaben und Innere Verwaltung.
Mit dem Landespreis würdigt das Land NRW besonders innovative und nachahmenswerte Projekte, die Kommunen gemeinsam entwickeln und umsetzen. Ziel des Wettbewerbs ist es, erfolgreiche Kooperationsmodelle sichtbar zu machen und ihre Übertragbarkeit auf andere Kommunen zu fördern.
von links nach rechts: Sebastian Tietz, kdvz; Dr. Hanna Sommer, Deutscher Städtetag; Philip Gyamfi-Poku, Hendrik Wächter, Boris van Benthem, Stadt Oberhausen; Kerstin Pliquett, KDN; Thomas Hunsteger-Petermann, Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen; Michael Jehn, Stadt Oberhausen; Manfred vom Sondern, gkd-el; Daniel Sieveke, Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen (Foto: Stadt Oberhausen)
„Interkommunale Zusammenarbeit gewinnt angesichts des demografischen Wandels, der Digitalisierung und sich verändernder technischer sowie wirtschaftlicher Rahmenbedingungen weiter an Bedeutung. Wir freuen uns sehr, dass das Engagement der Stadt Oberhausen und der beteiligten Kommunen mit der Verleihung des Landespreises gewürdigt wird“, so Michael Jehn, Beigeordneter der Stadt Oberhausen. „Digitalisierung zusammen in der kommunalen Familie anzugehen ist der richtige Weg, um Verwaltungen bürgernäher und moderner zu gestalten“, betont Oberbürgermeister Thorsten Berg.
KommI bündelt kommunale KI-Kompetenz
Mit KommI hat die Stadt Oberhausen gemeinsam mit anderen Kommunen und IT-Dienstleistern, wie der Kommunalen Datenverarbeitungszentrale (kdvz) Rhein-Erft-Rur und der Gelsenkirchener Kommunalen Datenzentrale Emscher-Lippe (gkd-el), eine Kooperationsgemeinschaft für KI-Lösungen aufgebaut. Ziel ist es, praxistaugliche Anwendungen für kommunale Verwaltungen zu entwickeln, gemeinsam nutzbar zu machen und die Digitalisierung effizient voranzubringen.
Der Vorteil ist, dass sich die einzelnen Kooperationspartner auf die Entwicklung der für sie relevanten Anwendungsfälle konzentrieren und arbeitsteilig möglichst viele Schnittstellen zu kommunalen Daten und Fachverfahren entwickeln können.
Neben dem allgemeinen Erfahrungsaustausch zum kommunalen KI-Einsatz steht die Entwicklung von KI-Adaptern für kommunale Daten und Fachverfahren im Zentrum der Kooperationsgemeinschaft KommI. KI-Adapter werden benötigt, um kommunale Daten und Fachverfahren datenschutzkonform mit den Sprachmodellen einer KI zu verbinden. Auf diese Weise können Verwaltungsmitarbeitende Informationen aus bestehenden Systemen einfacher für ihre tägliche Arbeit nutzen. Bereits entwickelt wurden unter anderem Anbindungen an das Ratsinformationssystem ALLRIS, an verschiedene Wissensplattformen sowie an die urbane Datenplattform Civitas Core.
KDN koordiniert die Zusammenarbeit
Koordiniert und organisatorisch begleitet wird die Kooperationsgemeinschaft vom KDN – Dachverband kommunaler IT-Dienstleister. Der KDN strukturiert die Zusammenarbeit der beteiligten Kommunen und IT-Dienstleister, fördert den Austausch, bündelt Finanzmittel und unterstützt die gemeinsame Weiterentwicklung der erarbeiteten Lösungen. So trägt der KDN dazu bei, dass Erfahrungen zusammengeführt, Entwicklungsprozesse abgestimmt und Ergebnisse für eine breite kommunale Nachnutzung zugänglich gemacht werden.
Kerstin Pliquett, Geschäftsleiterin beim KDN: „KommI zeigt eindrucksvoll, worauf es heute ankommt: Um auf der kommunalen Ebene dauerhaft handlungsfähig zu bleiben, müssen wir die Vielfalt kommunaler Lösungen vereinen und daraus Stärke gewinnen. Der Einsatz von KI wird für Verwaltungsprozesse immer wichtiger – wir stehen hier erst am Anfang von ganz neuen Szenarien. Wenn wir uns auf ein gemeinsames Ziel und einen gemeinsamen Weg fokussieren, wirkt sich das positiv auf die Leistungsfähigkeit, die Wirtschaftlichkeit und die Schnelligkeit bei der Integration von KI-Lösungen aus. Genau das brauchen unsere Kommunen im Land: mehr Standards, mehr Verlässlichkeit, mehr Sicherheit bei der Nutzung moderner Technologien. Wir beim KDN verfolgen mit unseren Mitgliedern in vielen Themen den Ansatz der Kompetenzbündelung und der gemeinsamen Realisierung zukunftsfähiger Lösungen. Mit KommI kommt ein wichtiges Innovationsthema dazu.“
Zusammen ist besser
„KI-Lösungen passgenau für die kommunalen Daten und Fachverfahren zu entwickeln ist ein höchst innovativer Ansatz. KommI stellt in der IT-Dienstleistungs-landschaft des Landes NRW ein Novum dar und ist ein starkes Beispiel dafür, wie Zusammenarbeit Innovation beschleunigen kann“, so Boris van Benthem, CIO der Stadt Oberhausen.
Im Rahmen der Kooperationsgemeinschaft treibt die Stadt Oberhausen die Verwaltungsdigitalisierung mit KommI im Bereich Künstliche Intelligenz weiter voran. Die interkommunale Zusammenarbeit an KommI unter dem Motto „Zusammen ist besser!“ steht bundesweit allen Kommunen offen. Durch die Bereitstellung aller Ergebnisse als Open Source sowie der Nutzung einheitlicher Basistechnologien bei allen Kooperationspartnern wird die Nachnutzbarkeit der Ergebnisse gesichert. Diese können damit auch außerhalb der Kooperationsgemeinschaft genutzt werden. Auf diese Weise entstehen digital souveräne Lösungen für Kommunen im KI-Umfeld.
Weitere Informationen:
Unter kommi.org stehen die Ergebnisse der Kooperation zur Nachnutzung bereit. Für die Veröffentlichung der KI-Adapter wird die Plattform opencode.de genutzt.