Traditioneller Arbeitnehmerempfang der Stadt Oberhausen

v.l.n.r.: Michael Adamzik, Betriebsratsvorsitzender Oxea, Helena Jamal, Vorsitzende des Oberhausener DGB-Stadtverbands und Oberbürgermeister Thorsten Berg beim traditionellen Arbeitnehmerinnen- und Arbeitnehmerempfang, den der Oberbürgermeister gemeinsam mit dem DGB ausrichtet.
v.l.n.r.: Michael Adamzik, Betriebsratsvorsitzender Oxea, Helena Jamal, Vorsitzende des Oberhausener DGB-Stadtverbands und Oberbürgermeister Thorsten Berg beim traditionellen Arbeitnehmerinnen- und Arbeitnehmerempfang, den der Oberbürgermeister gemeinsam mit dem DGB ausrichtet. (Foro: Stadt Oberhausen/ Tom Thöne)

28.04.2026 - Traditionell laden der Oberbürgermeister der Stadt Oberhausen und der Stadtverband des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) vor dem 1. Mai zum Arbeitnehmerinnen- und Arbeitnehmerempfang ein. Am Dienstag, 22. April, waren Vertreterinnen und Vertreter der Gewerkschaften, Personal- und Betriebsräte der diesjährigen Einladung zum Oxea-Standort in Oberhausen gefolgt. 

Oberbürgermeister Thorsten Berg begrüßte die Gäste und stellte gleich zu Beginn seiner Rede die zentrale Rolle der Beschäftigten heraus: „Ohne engagierte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer würde unsere Stadt nicht funktionieren.“ Der Empfang sei bewusst als Anerkennung für diejenigen gedacht, die „jeden Tag Verantwortung übernehmen und unsere Stadt am Laufen halten“.

Der Oberbürgermeister zeichnete ein gemischtes Bild der Arbeitsmarktlage. Zwar bewege sich die Beschäftigung mit über 70.000 sozialversicherungspflichtigen Jobs „nahezu auf Rekordniveau“, gleichzeitig stünden viele Beschäftigte vor Umbrüchen. In einigen Branchen würden Stellen abgebaut oder umstrukturiert, und offene Positionen blieben zunehmend unbesetzt.

Mit Blick auf Langzeitarbeitslosigkeit machte Berg deutlich, dass fehlende Qualifikationen ein Kernproblem seien. Die Konsequenz formulierte er klar: „Die wichtigste soziale Frage unserer Zeit ist auch eine Bildungsfrage.“ Die Stadt setze deshalb verstärkt auf Investitionen in Schulen, frühkindliche Förderung und bessere Startbedingungen für Kinder.

Deutlich positionierte sich Berg gegen den Abbau sozialer Errungenschaften. Mit Blick auf aktuelle Debatten betonte er: „Wer krank ist, darf nicht finanziell bestraft werden.“ Rechte wie die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, der Acht-Stunden-Tag oder Teilzeit seien keine Privilegien, sondern „über Jahrzehnte hart erkämpft“ und essenziell für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. „Unsere Stadt ist dann stark, wenn Gewerkschaften, Betriebs- und Personalräte, Unternehmen, Politik und Verwaltung gemeinsam handeln“, schloss der Oberbürgermeister seine Rede.

Oberbürgermeister Thorsten Berg (Foto: Stadt Oberhausen/ Tom Thöne)
Oberbürgermeister Thorsten Berg begrüßte die Gäste und stellte gleich zu Beginn seiner Rede die zentrale Rolle der Beschäftigten heraus. (Foto: Stadt Oberhausen/ Tom Thöne)

Mit einer engagierten Rede schwor die neue Vorsitzende des Oberhausener Stadtverbands, Helena Jamal, die Anwesenden auf das diesjährige Motto der Kundgebung am 1. Mai ein: „Erst unsere Jobs, dann eure Profite!“. Sie warnte eindringlich und mit einem deutlichen Signal ins politische Berlin davor, die die Sozialleistungen für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer abzubauen und die hart erkämpften Schutzreche mit Blick auf Arbeitszeiten und Gesundheitsschutz aufzuweichen. Auch warnte sie vor einer Pauschalisierung und Polarisierung in der Debatte um Arbeitszeiten: „Wir sagen heute und am 1. Mai mit aller Klarheit: Die Beschäftigten sind nicht schuld an dieser Krise. Wir halten dieses Land am Laufen. Die Beschäftigten in diesem Land brauchen Entlastung, Planbarkeit, Sicherheit, Löhne von denen man leben kann – und endlich eine Politik, die nicht auf sie herabschaut.“ 

Michael Adamzik, Betriebsratsvorsitzender Oxea, betonte in seiner Rede die Auswirkungen des anstehenden Personalabbaus auf die die Belegschaft am Oxea-Standort in Oberhausen-Holten und betonte, dass für viele der Mitarbeitenden am Standort die ehemalige Ruhrchemie nicht nur ein Arbeitsplatz sei sondern auch ein Teil ihrer eigenen Heimat und Identität. Nicht wenige Familien seien schon seit mehreren Generationen hier tätig. Der Verlust dieser Arbeitsplätze bedeute auch den Verlust von Sicherheit, Perspektive und Vertrauen. „Die Stärke unseres Standortes steckt nicht nur in den Anlagen. Sie liegt vor allem in den Menschen, die jeden Tag mit vollem Engagement, ihrem Wissen und Herzblut ihre Arbeit verrichten. Und genau diese Menschen verdienen Respekt, Sicherheit und eine Zukunft!“

Einladung zur Kundgebung am 1. Mai

Oberbürgermeister Thorsten Berg, Helena Jamal und Michael Adamzik luden alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ein, am 1. Mai an der traditionellen Kundgebung in Oberhausen teilzunehmen und gemeinsam für die Rechte der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer einzustehen. Der DGB ruft an diesem Tag traditionell zur Demonstration (Start ab 11:15 Uhr vor dem Gewerkschaftshaus Oberhausen) mit anschließender Kundgebung auf dem Altmarkt um 12 Uhr auf. OB Thorsten Berg und Helena Jamal werden eine Rede halten. Anschließend findet eine öffentliche Diskussion mit Jörg Schlüter, 1. Bevollmächtigter IG Metall MEO, und Frederik Cordes, Generalsekretär SPD NRW, statt. Ab 13 Uhr lädt der DGB dann zum großen Familienfest mit Livemusik ein.