Ruhrpottdeutsch wird als ergänzende Verwaltungssprache eingeführt
Stadt Oberhausen stärkt Bürgernähe
01.04.2026 - Die Stadtverwaltung Oberhausen geht einen ungewöhnlichen, aber durchaus ernst gemeinten Schritt in Richtung Bürgernähe: Ab sofort wird Ruhrpottdeutsch als ergänzende Verwaltungssprache eingeführt. Ziel ist es, die Kommunikation zwischen Verwaltung und Bürgerschaft noch direkter, verständlicher und lebensnäher zu gestalten.
Viele Mitarbeitende der Stadtverwaltung sind mit der regionalen Sprachkultur ohnehin vertraut. Für alle anderen wurden in den vergangenen Monaten entsprechende Schulungen angeboten, die auf große Resonanz gestoßen sind. Parallel dazu wurden erste häufig genutzte Formulare und Standardformulierungen in Ruhrpottdeutsch übertragen. Dies ist mit dem Anspruch geschehen, den gewohnten Verwaltungsservice beizubehalten und gleichzeitig eine sympathische, alltagsnahe Ansprache zu ermöglichen.
„Verwaltungssprache muss nicht immer kompliziert und distanziert sein. Wir möchten die Menschen dort abholen, wo sie sich sprachlich zuhause fühlen“, heißt es aus dem Rathaus. Dabei bleibt selbstverständlich gewährleistet, dass alle offiziellen Vorgänge weiterhin rechtssicher und verständlich dokumentiert werden.
Einige Beispiele verdeutlichen die neue, zusätzliche Sprachoption:
- Einen Antrag stellen → „Watt willste?“
- Genehmigt → „Allet klar, läuft.“
- Abgelehnt → „Hömma, dat kannse knicken.“
- Fristende naht → „Komm inne Pötte!“
- Behördliche Zuständigkeit → „Wer is‘ dranne?“
- Anhörung des Antragstellers/der Antragstellerin → „Lass ma palavern!“
Die Stadtverwaltung versteht diesen Schritt als Brücke zwischen Tradition und Moderne. Ruhrpottdeutsch ist ein wichtiger Teil der regionalen Identität und Ausdruck gelebter Kultur. Mit der Integration in den Verwaltungsalltag soll diese Identität sichtbar gewürdigt werden, ohne die Professionalität und Verlässlichkeit der Verwaltung zu beeinträchtigen.
Die Einführung wird zunächst in ausgewählten Bereichen getestet und soll bei positiver Resonanz weiter ausgebaut werden. Rückmeldungen aus der Bürgerschaft sind ausdrücklich erwünscht.

