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Baubeginn für neue Ebertbad-Gastronomie
Mit dem Beginn der Rückbauarbeiten am Bestandsgebäude des ehemaligen Restaurants „Giu“ am Ebertbad ist am Freitag, 24. April 2026, der offizielle Startschuss für die neue Gastronomie gefallen. Mit dem Projekt wird ein wichtiger Baustein zur weiteren Stärkung des Ebertbades umgesetzt.
Zunächst wird der Pavillon am bestehenden Gebäude vollständig zurückgebaut, um anschließend die baulichen Voraussetzungen für die neue Gastronomie zu schaffen. Ziel ist es, einen modernen und attraktiven gastronomischen Bereich zu entwickeln, der sowohl Besucherinnen und Besuchern des Ebertbades als auch der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen wird.
Die neue Gastronomie soll künftig das kulturelle Angebot des Ebertbades sinnvoll ergänzen und den Standort insgesamt aufwerten. Neben der Versorgung während des Theaterbetriebs wird die Gastronomie auch außerhalb von Aufführungen ein einladender Treffpunkt sein.
„Mit dem Baubeginn setzen wir ein wichtiges Zeichen für die Weiterentwicklung unseres Theaterstandortes. Kultur lebt nicht nur von Aufführungen, sondern auch von Aufenthaltsqualität und Begegnung. Die neue Gastronomie wird dazu beitragen, das Ebertbad noch stärker als Ort des Austauschs und der Begegnung zu etablieren“, freut sich Oberbürgermeister Thorsten Berg über den Beginn der Baumaßnahme.
„Eine moderne Gastronomie gehört heute zu einem zeitgemäßen Kulturbetrieb einfach dazu. Mit dem Neubau schaffen wir nicht nur bessere Rahmenbedingungen für unsere Besucherinnen und Besucher, sondern stärken auch die Attraktivität des gesamten kulturellen Angebots“, betont Apostolos Tsalastras, Beigeordneter und zuständig für das Dezernat Finanzen und Kultur.
„Der Rückbau des Bestandsgebäudes ist der erste wichtige Schritt für die Umsetzung dieses Projekts. Unser Ziel ist es, eine funktionale und zugleich architektonisch ansprechende Lösung zu realisieren, die sich harmonisch in das Umfeld des Ebertbades einfügt und langfristig wirtschaftlich betrieben werden kann“, ergänzt Dominik Erbelding, Geschäftsführer der GVO Grundstücksverwaltungsgesellschaft Oberhausen mbH.
Realisiert wird das Gestaltungskonzept nach den Plänen der „in situ architekten“ aus Essen. Die Gesamtinvestition für den Umbau der Theatergastronomie liegt bei rund 2,56 Millionen Euro. Nach der Fertigstellung, die für das Dezember 2027 geplant ist, bietet die Gastronomie Platz für 56 Sitzplätze ohne Außengastronomie.
Das Gestaltungskonzept der „in situ architekten“ aus Essen:
Im Rahmen der behutsamen Weiterentwicklung des denkmalgeschützten Ebertbades entsteht ein moderner Neubau, der in Kombination mit den sanierten Räumlichkeiten im Bestand künftig wieder eine Gastronomie beherbergen wird. Das Projekt verbindet die historische Identität des Ortes mit einer zukunftsorientierten, ökologischen Architektur und schafft so eine überzeugende Synthese aus Bestand und zeitgenössischem Weiterbauen.
Der Neubau ist als Hybridkonstruktion konzipiert: Ein massiver, konventionell errichteter Betonkörper bildet die strukturelle Basis, während ausgewählte Gebäudeteile in nachhaltiger Holzmodulbauweise ausgeführt werden. Dieser Ansatz ermöglicht es, die Vorteile beider Bauweisen zu vereinen – Robustheit und Dauerhaftigkeit auf der einen, Ressourcenschonung und hohe Vorfertigung auf der anderen Seite. Durch den modularen Holzbau werden Bauzeit und Eingriffe in den sensiblen Bestand reduziert, während gleichzeitig hohe energetische Standards erreicht werden.
Ein extensiv begrüntes Dach trägt zur ökologischen Aufwertung des Standorts bei, verbessert das Mikroklima und fördert die lokale Biodiversität. In der Fassadengestaltung wird eine vorgehängte Keramikfassade mit Wellenstruktur eingesetzt. Diese Materialwahl nimmt Bezug auf die Geschichte des Ortes als ehemaliges Schwimmbad und übersetzt die Assoziation von Wasser in eine subtile, architektonische Struktur. Die gewählte Farbigkeit – ein abgeschwächtes Preußischblau – knüpft ebenfalls an den Bestand an und verstärkt die atmosphärische Verbindung zum Element Wasser.
Die architektonische Gestaltung insgesamt orientiert sich an der Materialität und Maßstäblichkeit des historischen Ebertbades, interpretiert diese jedoch in einer reduzierten, zeitgemäßen Formensprache. So entsteht ein Baukörper, der sich respektvoll in das Ensemble einfügt und dennoch eine eigenständige Identität entwickelt.
Die neue Gastronomie mit dem Arbeitstitel „Tauchbecken“ verweist konzeptionell auf den Ort: Sie befindet sich in den Höhenbezügen unterhalb des historischen Schwimmbeckens des Ebertbades und greift diese besondere räumliche Situation programmatisch auf. Als lebendiger Treffpunkt erweitert sie das Nutzungsspektrum um einen öffentlichen, kommunikativen Raum. Innen- und Außenbereiche sind fließend miteinander verbunden und schaffen vielfältige Aufenthaltsqualitäten für Besucherinnen und Besucher.
Das Projekt steht exemplarisch für einen verantwortungsvollen Umgang mit denkmalgeschützter Bausubstanz und zeigt, wie sich architektonische Qualität, Nachhaltigkeit und funktionale Anforderungen in einem sensiblen Kontext miteinander vereinen lassen.
Hintergrund: Historie Ebertbad
Das Ebertbad wurde 1894/95 als erste Volksbadeanstalt Oberhausens nach den Plänen des Stadtbaumeisters Albert Regelmann erbaut. Es wurde 1895 unter dem Namen „Badeanstalt am Neumarkt“ eröffnet und war eines der ersten öffentlichen Bäder des Kaiserreichs. Der ursprüngliche Bau ist der Epoche des Jugendstils zuzuordnen.
1947 wurde der Platz und die Straße nach Friedrich Ebert umbenannt und gaben der Badeanstalt den neuen Namen „Stadtbad am Ebertplatz“ und später „Ebertbad“. In dieser Zeit wurde, vermutlich aufgrund von Kriegsschäden, die Fassade zum Ebertplatz neu aufgebaut und zeigt sich heute in der klassisch reduzierten Formensprache der Nachkriegsarchitektur.
Anfang der 1980er Jahre wurde die Badeanstalt geschlossen und seit 1986 steht das Gebäude unter Denkmalschutz. Ende der 1980er Jahre wurde das Ebertbad u.a. von dem Architekten Werner Ruhnau zum Veranstaltungshaus umgebaut und 1989 eröffnet. Bis 1999 führte ein Trägerverein das Haus als Raum für Veranstaltungen aller Art. Seitdem wird es unter verschiedener Leitung als Kabarett- und Kleinkunstbühne geführt. „Hajo“ Sommers leitete über 20 Jahre alleinverantwortlich den Betrieb bis sein langjähriger Mitarbeiter Tobias Voss 2022 die Geschäftsführung übernahm.