Vorsorgen für den Krisenfall

08.01.2025 - Die jüngsten Geschehnisse in Berlin haben gezeigt, dass unsere gewohnten alltäglichen Abläufe durch Krisenereignisse gestört werden können. Unfälle, Extremwetter oder eben auch Sabotage können die Leitungen für Strom, Wasser, Gas oder Mobilfunk beschädigen. Dann kann es dauern, bis alle Betroffenen Hilfe erhalten. In diesen Situationen entlastet Vorsorge, die jeder Haushalt und jede Person treffen sollte. Denn wenn etwas passiert, ist es besser, vorbereitet zu sein.

Der zuständige Beigeordnete Michael Jehn erklärt: „Deutschland ist eines der sichersten Länder der Welt. Dennoch können Krisen unsere gewohnten alltäglichen Abläufe sehr erschüttern. Sich darauf vorzubereiten, zahlt sich immer aus!“

Martin Götzke, Fachbereichsleiter Zivil- und Katstrophenschutz, Michael Jehn, für die Feuerwehr zuständiger Beigeordneter, Jörg Brandenburg, Bereichsleiter Feuerwehr und Dominik Steger, stellvertretender Feuerwehrbereichsleiter, erklären, welche Dinge zum Notvorrat zählen. (Foto: Stadt Oberhausen/Tom Thöne)
Martin Götzke, Fachbereichsleiter Zivil- und Katstrophenschutz, Michael Jehn, für die Feuerwehr zuständiger Beigeordneter, Jörg Brandenburg, Bereichsleiter Feuerwehr und Dominik Steger, stellvertretender Feuerwehrbereichsleiter, erklären, welche Dinge zum Notvorrat zählen. (Foto: Stadt Oberhausen/Tom Thöne)

Feuerwehrchef Jörg Brandenburg: „Der Katastrophenschutz in Oberhausen ist für Krisenfälle gut vorbereitet. Wir arbeiten kontinuierlich daran, unsere Vorsorge zu verbessern, um stets einen Schritt voraus zu sein. Im Einsatzfall unterstützen uns die Einsatzkräfte der Feuerwehr, der Hilfsorganisationen sowie des Technischen Hilfswerks. Allerdings muss auch klar sein, dass bei komplexen Einsatzlagen wie einem großflächigen Stromausfall nicht jedem Bürger eine Einsatzkraft von Feuerwehr oder der Hilfsorganisationen zur Seite gestellt werden kann. Daher ist es um so wichtiger, dass sich die Bevölkerung für den Notfall entsprechend gut vorbereitet.“

Fachbereichsleiter Zivil- und Katastrophenschutz/Freiwillige Feuerwehr Martin Götzke: „Ereignisse wie die Corona-Pandemie, Starkregen mit Hochwasser, zunehmende Hitzewellen oder auch große Stromausfälle wie zuletzt in Berlin zeigen: Krisen lassen sich nicht verhindern, ihre Folgen aber begrenzen. Dafür braucht es eine gut aufgeklärte und vorbereitete Bevölkerung genauso wie gut aufgestellte und sichere kritische Infrastrukturen.“

Warnung und Information der Bevölkerung

Warnungen und Informationen erfolgen auf mehreren Wegen: durch die im Stadtgebiet verteilten Sirenen, über die Warn-App Nina, die sich jede Person aufs Mobiltelefon laden kann, per Durchsagen von Fahrzeugen der Feuerwehr, Polizei und Hilfsorganisationen oder per Cell Broadcast. Dies ist ein staatliches Warnsystem, das über das Mobilfunknetz standortbezogene Warnmeldungen (z. B. bei Unwetter, Bränden, Bombenfunden) direkt auf Mobiltelefone sendet, ohne dass eine App installiert werden muss. Im Falle eines flächendeckenden Stromausfalls werden über die UKW-Frequenz von Radio Oberhausen 106.2 MHz Notfallinformationen gesendet. Sie können zum Beispiel über Kurbel-, Batterie-, solarbetriebene oder Autoradios analog empfangen werden.

Die Stadt Oberhausen richtet Notruf- und Informationspunkte ein

Die Stadt Oberhausen richtet für Krisensituationen sogenannte Notruf- und Informationspunkte (NIP) ein. Dort können Notrufe abgesetzt werden, wenn Telefon- oder Mobilnetz gestört sind. Auch aktuelle und amtliche Informationen zur Lage sind an den NIP-Standorten erhältlich. Zusätzlich werden bei einem länger anhaltenden, flächendeckenden Ereignis vier der Notruf- und Informationspunkte zu sogenannten Leuchttürmen erweitert. Diese Leuchttürme sind feste Gebäude und dienen – je nach Lage – als Notruf-, Anlauf- und Vermisstenmeldestelle.

Die Notruf- und Informationspunkte:

  1. Holten: Holtener Marktplatz, (Burgstraße/Bahnstraße/Siegesstraße)
  2. Schmachtendorf, Schmachtendorfer Straße, Heinrich-Böll-Gesamtschule
  3. Schmachtendorf, Neukölner Straße/Lickumstraße
  4. Königshardt, Kreisverkehr Königshardter Straße/Hartmannstraße/Höhenweg (auf dem Gehweg der Abbiegespur)
  5. Klosterhardt, Elpenbachstraße, vor der Sporthalle
  6. Sterkrade, Tirpitzstraße 41, Sophie-Scholl-Gymnasium
  7. Buschhausen, Kreuzung Friesenstraße/Thüringer Straße (auf einer der größeren Fußgängerinseln)
  8. Osterfeld, Teutoburger Straße (Brücke auf der Sperrfläche)
  9. Osterfeld, Heinestraße 22, Gesamtschule Osterfeld
  10. Buschhausen, Kreuzung Hagelkreuzstraße/Westmarkstraße
  11. Borbeck, Quellstraße (vor dem Ev. Gemeindezentrum)
  12. Dümpten, Kreuzung Mellinghofer Straße/Nathlandstraße/Falkensteinstraße (vor der Litfaßsäule gegenüber von H.-Nr. 132 Mellinghofer Straße)
  13. Oberhausen-Mitte, Otto-Dibelius-Straße 9, Hans-Böckler-Berufskolleg
  14. Alstaden, Kreuzung Bebelstraße/Flockenfeld (vor Flockenfeld H-Nr. 2)
Kartensusschnitt mit den NIP
Notruf- und Informationspunkte in Oberhausen

Die Punkte 2, 6, 9 und 13 werden zu Leuchttürmen, die ab Stunde 4 zusätzlich als Anlauf-, und Vermisstenmeldestellen dienen.

Legen Sie sich einen Vorrat an Wasser und Essen an

Mit einem im Vorfeld angelegten Notvorrat kann man für mehrere Tage die Zeit überbrücken, wenn im Katastrophenfall Supermärkte geschlossen bleiben.

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe rät dabei Folgendes zu beachten:

  • Haltbar. Essen, das nicht gekühlt werden muss, verdirbt während eines Stromausfalls nicht.
  • Fertig. Essen, das nicht gekocht werden muss, ist essbar, auch wenn der Herd nicht mehr funktioniert.
  • Kurze Kochzeit. Bei Essen, dass mit wenig Energie gekocht werden kann, hält die wertvolle Energie aus dem Camping-Kocher oder Grill länger.
  • Für wen ist der Vorrat? Gibt es Allergien oder Essgewohnheiten, zu denen der Vorrat passen muss? Gibt es (Klein-)Kinder und Haustiere, die in einem Notfall zu versorgen sind.

Der Katastrophenschutz des Landes NRW empfiehlt folgenden Notvorrat für eine Person für zehn Tage:

  • 3,3 kg Getreideprodukte, Brot, Kartoffeln
  • 4,0 kg Gemüse, Pilze (Konserven)
  • 2,5 kg Obst (Konserven)
  • 2,5 kg Milch und Milcherzeugnisse
  • 1,3 kg Eier, Fleisch und Fisch oder Ersatzprodukte
  • 330 g Fette, Öle
  • 20 l Wasser

Wer ein Tier besitzt, sollte auch dafür Nahrung und Wasser bereithalten.

Wenn plötzlich der Strom weg ist

Fast alles, was wir täglich nutzen, benötigt Strom: Heizung, Kühlschrank, Herd, Beleuchtung, Festnetz- und Mobiltelefon.

Folgendes sollte man zu Hause bevorraten und beachten:

Kurbelradio
Mit einem Kurbelradio können Sie sich auch bei Stromausfällen informieren. (Foto: Stadt Oberhausen/Tom Thöne)
  • Kerzen, Streichhölzer/Feuerzeuge, Taschenlampen, Batterien
  • Kurbeltaschenlampe und ein Kurbelradio
  • Mit Sonnenlicht aufladbare Akkus, Powerbanks oder Batterie-Ladegeräte
  • Ausreichend Wasser bevorraten
  • Hygiene ist besonders wichtig. Sorgen Sie für ausreichend Desinfektionsmittel im Haus
  • Lebensmittel am kühlsten Ort lagern. Aufgetaute Tiefkühlkost zuerst verbrauchen
  • Mit einem Campingkocher kann man kleine Mahlzeiten auch ohne Strom zubereiten

Vorsorge für Menschen mit Beeinträchtigungen

  • Hilfsmittel wie Brille oder Hörgerät
  • Ersatz-Batterien, -Akkus und -Ladegeräte für technische Hilfsmittel
  • Mobilitätshilfen, wenn Sie schnell das Haus verlassen müssen
  • Medikamentenplan und ein Vorrat an notwendigen Medikamenten (Haltbarkeit und Lagerung beachten)
  • Ausreichend Tiernahrung und Wasser, falls man ein Assistenztier hat
  • Liste mit Notfallkontakten
  • Notfallausweis
  • Informieren Sie sich über Fluchtwege

Broschüren und Ratgeber

Folgende Ratgeber und Broschüren liegen für die Bürgerinnen und Bürger zur kostenlosen Abholung an der Feuer- und Rettungswache 1, Brücktorstraße 30, aus. Im Internet sind sie unter den folgenden Links abrufbar: