Filmclub: Roland Günter, Pionier der Industriekultur zu Gast in der Lichtburg

23.03.2026 - Im Rahmen der Filmreihe „Weg zum Nachbarn – Stadt.Geschichte.Film“ laden der FC Oberhausen e.V , die VHS Oberhausen und der Lichtburg-Filmpalast Oberhausen am Mittwoch, 25. März 2026, 18 Uhr, zu einem ganz besonderen Filmabend ein. Gezeigt werden die Dokumentarfilme „Schichten unter der Dunstglocke“ (1959) und „Rettet Eisenheim“ (1972/73) – zwei eindrucksvolle Zeugnisse der Oberhausener Stadt- und Industriegeschichte.

Im Mittelpunkt des Abends steht der Besuch von Roland Günter, einem der bedeutendsten Wegbereiter der Industriekultur im Ruhrgebiet. Als Architekturkritiker, Fotograf, Autor und Aktivist setzte er sich seit den 1970er Jahren frühzeitig für den Erhalt von Industrieanlagen und Arbeitersiedlungen ein zu einer Zeit, als Abriss und Neubau vielerorts als alternativlos galten.

Besondere Bekanntheit erlangte Günter durch sein Engagement für die Arbeitersiedlung Eisenheim in Oberhausen-Osterfeld. Die 1844 errichtete Siedlung gilt als älteste erhaltene Arbeitersiedlung Deutschlands und war Anfang der 1970er Jahre akut vom Abriss bedroht. Gemeinsam mit Studierenden, Bewohnerinnen und Bewohnern sowie weiteren Mitstreitern initiierte Günter eine breit angelegte Protest- und Aufklärungskampagne. Der Film „Rettet Eisenheim“, an dem er beteiligt war, wurde dabei zu einem wichtigen Instrument des Widerstands. Der Einsatz zeigte Wirkung: Eisenheim konnte erhalten werden und steht heute unter Denkmalschutz.

Darüber hinaus prägte Roland Günter maßgeblich das Verständnis von Industriekultur im Ruhrgebiet. Er veröffentlichte zahlreiche Bücher und Fotodokumentationen und trug entscheidend dazu bei, industrielle Orte als kulturelles Erbe sichtbar und wertschätzbar zu machen. Sein Engagement wirkt bis heute in Initiativen, Museen und Denkmalprojekten der Region fort.

Im April dieses Jahres wird Roland Günter 90 Jahre alt. In der Lichtburg Oberhausen berichtet er aus erster Hand von den Auseinandersetzungen um Eisenheim und ordnet die damaligen Ereignisse in die Entwicklung der Industriekultur im Ruhrgebiet ein.

Der Film „Schichten unter der Dunstglocke“ führt zurück in die 1950er Jahre und zeigt den Alltag in einer Stadt, die vollständig von Kohle und Stahl geprägt war. „Rettet Eisenheim“ dokumentiert dagegen einen Wendepunkt: den Moment, in dem Bürgerinnen und Bürger begannen, sich aktiv für den Erhalt ihrer gebauten Geschichte einzusetzen.

Im Anschluss an die Vorführung findet ein Filmgespräch mit Roland Günter statt.

Die Veranstaltung ist kostenfrei und findet am 25. März 2026 um 18 Uhr im Lichtburg-Filmpalast Oberhausen, Elsässer Straße 26, 46045 Oberhausen, statt. Um vorherige Anmeldung per E-Mail (E-Mail:info@lichtburg-ob.de) wird gebeten.