Verlegung von 29 neuen Stolpersteinen in Oberhausen
Ein Stein. Ein Name. Ein Mensch. - Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist.
11.02.2026 - Am Dienstag, 10. Februar 2026, fand die diesjährige Verlegung von Stolpersteinen in Oberhausen statt. 29 neue Stolpersteine zeigen nun 29 unterschiedliche Schicksale von ehemaligen Oberhausener Bürgerinnen und Bürger, die allesamt Opfer des Nationalsozialismus wurden. Die Stolpersteine werden dabei immer in dem Gehweg vor dem letzten selbst gewählten Wohnort der Verfolgten eingelassen. Auf der Oberfläche jedes Steines sind der Name, das Geburtsjahr sowie die Schicksale der Menschen, an die erinnert werden soll, eingraviert. Bei den ersten Verlegungen war der Künstler Gunter Demnig persönlich vor Ort, begleitet von Bürgermeister Werner Nakot. Zu der Stolperstein-Verlegung in der Sachsenstraße waren der Enkel und die Urenkel von Chaim David Roth aus Israel angereist, für den Enkel war es der erste Besuch in Deutschland.
Zusammen mit der Gedenkhalle Oberhausen und Beiträgen von Schülerinnen und Schülern, Vereinen, Gemeinden, interessierten Bürgerinnen und Bürgern sowie Familienmitgliedern wird dieses Projekt seit 2008 in Oberhausen umgesetzt. Oberbürgermeister Thorsten Berg war in der Gutenbergstraße 3 bei der Stolperstein-Verlegung für die Familie Nüssenfeld vor Ort. In Anwesenheit von Angehörigen, die zur Verlegung aus den USA anreisten, unterstrich Berg die Wichtigkeit dieser Arbeit. „Viele Menschen helfen mit ihrem Engagement und ihren Recherchen und leisten einen wertvollen Beitrag, die Geschichte und die Schicksale der verfolgten Oberhausenerinnen und Oberhausener zu erforschen. Diesen engagierten Menschen gilt mein ausdrücklicher Dank. Der Künstler Gunter Demnig macht die Geschichte der vielen Verfolgten durch die Stolpersteine im öffentliche Raum sichtbar: Ein sowohl erschütterndes als auch beeindruckendes Denkmal in unserer Stadt.“
Größtes dezentrales Mahnmal der Welt
Seit 1997 verlegen der Künstler Gunter Demnig und Delegierte vor Ort in ganz Europa Stolpersteine zur Erinnerung an alle Opfer des Nationalsozialismus. Seine Stolpersteine erinnern in ganz Europa an alle Opfer des Nationalsozialismus. Inzwischen bilden über 100.000 Stolpersteine in 31 Ländern das größte dezentrale Mahnmal der Welt. Auch in Oberhausen gehören Stolpersteine mit ihrer dünnen Messingoberfläche seit 2008 zum Stadtbild. Mittlerweile wurden über 300 Steine in Oberhausen in den Gehweg eingelassen vor dem letzten selbst gewählten Wohnort der Verfolgten.
Interessierte können sich an den Stolpersteinen-Aktionen in den nächsten Jahren gerne aktiv beteiligen. Unterstützen Sie die Verlegungen, indem Sie zum Beispiel eine Patenschaft für einen Stein übernehmen. Als Koordinierungsstelle unterstützt die Gedenkhalle Oberhausen Sie bei der Übernahme der Patenschaft und den biografischen Recherchen. Weitere Informationen finden Interessierte bei der Gedenkhalle Oberhausen, Konrad-Adenauer-Allee 46, 46049 Oberhausen, telefonisch unter 0208 6070531-0, per E-Mail an info-gedenkhalle@oberhausen.de oder auf der Gedenkhallen-Homepage.


