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Weg zum Nachbarn – Stadt.Geschichte.Film. „Solino“ in der Lichtburg Oberhausen
Im Rahmen der Filmreihe „Weg zum Nachbarn – Stadt.Geschichte.Film.“ zeigen der Filmclub Oberhausen e.V., der Lichtburg-Filmpalast Oberhausen und die VHS Oberhausen, am Mittwoch, 25. Februar 2026, den Spielfilm Solino (Deutschland 2002, Regie: Fatih Akin, 124 Minuten, FSK 12). Die Veranstaltung findet im Lichtburg-Filmpalast Oberhausen, Elsässer Straße 26, statt. Der Eintritt ist frei. Um vorherige Anmeldung per E-Mail an info@lichtburg-ob.de wird gebeten. Die Filmvorführung lädt dazu ein, sich nicht nur an die Anfänge der italienischen Gastronomie im Ruhrgebiet zu erinnern, sondern auch über Identität, Migration und kulturellen Wandel ins Gespräch zu kommen. Im Anschluss an die Vorführung findet ein Filmgespräch mit Brigitte Celentano und Töchter statt.
Der Film erzählt über zwei Jahrzehnte hinweg die bewegende Geschichte einer Familie, die 1964 von Süditalien ins Ruhrgebiet kommt. In Duisburg (eigentlich in Oberhausen) eröffnet sie die erste Pizzeria der Region – ein mutiger Schritt in einer Zeit des wirtschaftlichen Aufbruchs, aber auch gesellschaftlicher Spannungen. Zwischen familiären Konflikten, unternehmerischem Ehrgeiz und der Suche nach Zugehörigkeit entsteht ein vielschichtiges Porträt einer Generation von „Gastarbeiter“-Familien.
Der reale Hintergrund der Geschichte berührt unmittelbar Oberhausen: Die erste Pizzeria des Ruhrgebiets wurde hier eröffnet, an der Ecke Mülheimer Straße und Falkensteinstraße. Damit verbindet „Solino“ Migrationsgeschichte, Alltagskultur und Strukturwandel – zentrale Themen, die die Identität der Stadt bis heute prägen. Die Geschichte steht exemplarisch für die Realität vieler italienischer Gastarbeiter, die nach dem deutsch-italienischen Anwerbeabkommen von 1955 ins Ruhrgebiet kamen, um im Bergbau und in der Stahlindustrie zu arbeiten. Städte wie Oberhausen entwickelten sich zu wichtigen Orten dieser Arbeitsmigration. Mit den Menschen kam auch ihre Kultur – und mit ihr die Pizza.
Mit seiner warmherzigen, zugleich kraftvollen Inszenierung erzählt Fatih Akin von Heimat, Aufbruch und den Brüchen zwischen den Generationen. „Solino“ ist ein Film über das Ruhrgebiet als Einwanderungsregion – und über die Frage, was Heimat eigentlich bedeutet.