Jugendkulturpreis
Jugendkultur findet überall statt: in Jugendzentren, Schulen, an Kulturorten, aber auch am Computer, am Smartphone, im Park, auf der Straße.
Jugendkultur ist vielfältig. Auf dem Schulhof, im urbanen Raum oder in den sozialen Netzwerken wird sie häufig übersehen oder ist für viele Erwachsene unsichtbar.
Jugendkultur zeigt sich nicht nur in künstlerischen Werken, sondern auch im künstlerischen Tun, im Umgang mit Kunst.
Der Oberhausener Jugendkulturpreis würdigt die künstlerische (Selbst-)Betätigung Jugendlicher und junger Erwachsener im Alter von 10 bis 21 Jahren. Sie erhalten die Möglichkeit, ihr künstlerisches Tun einer breiteren Öffentlichkeit zu zeigen. Daneben werden Projekte und Personen oder Institutionen geehrt, die Jugendliche in besonderer Weise in ihrem künstlerischen Ausdruck fördern und unterstützen.
Der Jugendkulturpreis 2026 wurde verliehen
Am 02.07.2026 wurden die Preisträgerinnen und Preisträger des Jugendkulturpreises 2026 feierlich ausgezeichnet. Mit ihren vielfältigen und kreativen Beiträgen haben alle Teilnehmenden eindrucksvoll gezeigt, wie lebendig und inspirierend Jugendkultur ist. Wir gratulieren den Gewinnerinnen und Gewinnern herzlich und bedanken uns bei allen, die den Wettbewerb mit ihrem Engagement bereichert haben.
Die diesjährigen Preisträger*innen stehen fest!
Preisträger*innen in der Kategorie Künstlerische Werke
Darya Bakanova mit ihrem Werk Destination: Zukunft
Laudatio von Nathalie Rompf
"... Der Grund ist die Beschreibung des Gemäldes, dass wir alle unsere eigene Geschichte haben, aber das selbe Ziel, eine Zukunft, unsere eigene Zukunft. Das wurde mit dem Gemälde auch veranschaulicht. Es wird deutlich, dass sie sich Gedanken gemacht hat und es auch für sie ein wichtiges Thema ist, das Mut braucht."
Leif Schätzmüller mit seinem Film Im Herz der Stadt
Laudatio von Milena Weibel
"... Der Film trägt den Titel „Im Herz der Stadt“ und dauert 32 Sekunden. Anschaulich wird in schwarz-weiß gezeigt, wie sich eine autozentrierte Verkehrspolitik auf das Leben einer Stadt auswirkt.
Der Film beginnt, die Uhr tickt. Vereinzelt fahren Autos und Züge. Durch die Straßen einer belebten Stadt bahnen sich zahlreiche Menschen ihren Weg. Unterbrochen wird diese Idylle von einem heranrauschenden Zug. Auf einmal wird die vorher von vielen Menschen genutzten Straße überrollt. Von vielen Autos. Von neuen Fahrstreifen. Die ganze Stadt ist betroffen. Überall sprießen Parkplätze aus dem Boden. Im Laufe des Films verändert sich die Struktur der Stadt immer mehr. Schließlich wird die Natur herausgedrängt und muss Parkplätzen weichen.
Besonders toll ist, dass alle Szenen per Hand ohne die Verwendung von KI gezeichnet wurden. Vor allem dieser schwarz-weiß Kontrast lenkt die Aufmerksamkeit der Zuschauer*innen auf die wesentlichen Aspekte und hebt die Veränderung der Stadt hervor. Unterstrichen wird das durch die eingeblendeten Sounds z.B. Hupen und Motorengeräusche. Zum Ende hin wurden stärkere Grautöne verwendet, da mit zunehmendem Verkehr auch die Verschmutzung steigt. Trotz seiner Kürze schafft es der Film die Beobachter*innen in diese Geschichte und in die Entwicklung der Stadt hineinzuziehen. Die detailreichen Szenen laden dazu ein, sich den Film öfter anzusehen, da einem mit jedem Schauen neue Aspekte auffallen."
Lola Camminadi mit ihrem Kurzfilm What Remains - Gedichte Sammlung
Laudatio von Hannah Claaßen
"... Ausgezeichnet wird ein Werk, das auf besondere Art und Weise Poesie und Film vereint. Im Mittelpunkt stehen selbstgeschriebene Gedichte, in denen persönliche Erfahrungen, Erinnerungen und emotionale Entwicklungen verarbeitet werden. Aus dem Wunsch heraus, diese Texte nicht nur schriftlich festzuhalten, entstand ein Kurzfilm, der diesen eine neue Ausdrucksform verleiht.
Aus mehreren Gedichten ist eine Reise durch verschiedene Lebensphasen entstanden. Kindheit, familiäre Veränderungen, Liebe und Selbstwahrnehmung werden dabei auf eine sehr persönliche und zugleich greifbare Weise dargestellt. Besonders eindrucksvoll ist der Kontrast zwischen Vergangenheit und Gegenwart, der durch originale Kindheitsaufnahmen sichtbar gemacht wird. So entsteht ein persönliches Werk, das zugleich viele Menschen berühren und zum Nachdenken anregen kann.
Was dieses Projekt besonders macht, ist der Mut, eigene Erfahrungen künstlerisch zu verarbeiten und daraus etwas Neues zu schaffen. Die Verbindung von Text, Bildern und persönlichen Gefühlen zeigt viel Kreativität und macht das Projekt besonders eindrucksvoll."
Merle Schraven mit ihrem Buch Nach der Stille
Laudatio von Lisa Katzensteiner
"... Manchmal gibt es Texte, die nicht einfach gelesen werden. Sie sind nicht laut, aber sie machen trotzdem alles um einen herum unhörbar. Merles Werk „Nach der Stille“ ist genau so ein Text.
Es ist kein „Projekt“, kein „Beitrag“, kein „Ich hab da mal was geschrieben“. Es ist viel mehr ein Statement. Ein Raum. Ein Gefühl. Und vor allem: Es ist mutig. Merle schreibt so, wie echte Gefühle sich anfühlen: ungefiltert, direkt, ohne Show.
Und gleich am Anfang heißt es:
„Ich liege im Bett und starre an die Decke. Sie ist weiß.“
Da ist kein „literarischer Schmuck“. Das ist Realität. Man liest und versteht sofort: Hier passiert etwas, das größer ist. Weiter heißt es:
„Ich will schreien. Aber kein Ton kommt. Ich will weinen. Aber kein Tropfen fließt.“
Merle, du schaffst es, Schmerz so zu schreiben, dass er nicht überhöht wird, sondern verständlich, nahbar und menschlich bleibt. Du zeigst, wie Räume kippen, wie Alltagsgegenstände plötzlich zu Erinnerungen werden und wie laut Stille eigentlich sein kann. Du schreibst von Erfahrungen, die viele machen, aber nie aussprechen.
Nicht viele Jugendliche schreiben in dieser Intensität über Verlust. Über Leere. Über das, was bleibt, wenn nichts bleibt.
Mit Tiffany schreibst du über Freundschaft, etwas das in Texten meist idealisiert, Hier aber von dir mit einfachen, echten Worten für uns als Lesende, erlebbar gemacht wird:
„Du musst nichts sagen. Ich bin da.“
In deiner Widmung heißt es:
„Für alle, die ein Kind verloren haben.“
„Für alle, deren Schmerz keinen Namen hat.“
„Für die, die weiterleben mussten, obwohl ihr Herz stehen blieb.“
„Ihr seid nicht allein.“
Das sind nicht nur starke Worte. Das ist von Beginn an einladend, handreichend und solidarisch. Das ist es, was auch Jugendkultur ausmacht: Loyalität, Nähe und Präsenz."
Niklas Kramer mit seinem Musikalbum pseudomortem
Preisträger in der Kategorie Person
Laurin Richarzhagen
Preisträger in der Kategorie Projekt
Die Glück-Auf-Schule mit ihrem Projekt Gestern und heute und JETZT
Das gab es zu gewinnen
Fünf Preise à 300 Euro – plus ein persönliches künstlerisches Mentoring für eure Arbeiten.
Eure Beiträge dürfen gern auch jenseits der klassischen Kunstsparten liegen – kreative Vielfalt ist ausdrücklich erwünscht!
1.000 Euro für ein besonderes künstlerisches Projekt, das Eigeninitiative und Selbstausdruck junger Menschen fördert.
Kennt ihr so ein Projekt? Dann schlagt es vor!
500 Euro für besonderes Engagement in der kulturellen Förderung Jugendlicher – z. B. durch Jugendzentren, Vereine oder Einzelpersonen.
Alle Einreichungen wurden von einer unabhängigen Fachjury gesichtet und bewertet.
In der Jury sind:
Desar Sulejmani
Desar Sulejmani ist ein in Albanien geborener deutscher Pianist und Dirigent, dessen künstlerisches Wirken sich an der Schnittstelle von Interpretation, Vermittlung und kulturellem Austausch entfaltet. Seine musikalische Ausbildung absolvierte er an der Folkwang Universität der Künste in Essen sowie an der Robert-Schumann-Hochschule Düsseldorf, wo er die Fächer Konzertpianist, Kammermusik und Orchesterdirigieren studierte. Seit Oktober 2025 ist er als Bereichsleiter 0–6 bei der Stadt Oberhausen (Städtische Musikschule sowie Internationale Sinfoniekonzerte) tätig.
Einar Fehrholz
Einar Fehrholz ist Klang- und Medienkünstler und lebt und arbeitet in Oberhausen. Seine klanglichen Arbeiten für das britische Studio Above&Below werden im internationalen Kontext in Museen, Gallerien und auf Festivals gezeigt und präsentiert. Neben seiner künstlerischen Tätigkeit arbeitet er für Festivals wie die Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen oder Shiny Toys und ist tätig in der Jugend- und Erwachsenenbildung. Einar hat Kunstgeschichte und Musikwissenschaften studiert, sowie Kunstvermittlung und Kulturmanagement.
Hannah Claaßen
"Ich bin Hannah, 18 Jahre alt und mache derzeit mein Freiwilliges soziales Jahr im Kulturbüro Oberhausen. Dort bekomme ich spannende Einblicke in die Kulturarbeit der Stadt und lerne wie vielseitig kreative Projekte sein können. Für mich bedeutet Kultur, sich auszuprobieren, Neues zu entdecken und Menschen zu verbinden.“
Lisa Katzensteiner
"Mein Name ist Lisa Katzensteiner, ich bin studierte Sozialarbeiterin / Sozialpädagogin und leite seit 2020 den Jugendbereich im Jugend- u. Kulturzentrum Druckluft. Gemeinsam mit unseren Jugendlichen und jungen Erwachsenen Besuchenden gestalte ich im Haus das Offene Jugendkulturprogramm unter der Woche und führe partizipative Projekte zur förderung Kultureller Bildung im Haus durch. Ich find es jedes Mal aufs Neue spannend was für tolle Projekte und Ergebnisse dabei entstehen, wenn Jugendliche künstlerisch aktiv werden.“
Milena Weibel
"Mein Name ist Milena Weibel, ich bin 18 Jahre alt und mache mein FSJ im Projekt von Lass mal gemeinsam machen. In meiner Freizeit spiele ich gerne Volleyball und lese. Ich freue mich sehr Teil der JKP-Jury zu sein, weil ich den Preis sehr wichtig finde. Jugendliche erhalten dort Anerkennung für ihre Werke und Arbeit und werden motiviert weiterhin ihren künstlerischen Weg zu verfolgen Deswegen finde ich es großartig, dass ich auch Teil dieser Jury sein kann, um mit meiner Stimme auch Künstlerinnen und Künstler zu unterstützen."
Natalie Rompf
"Mein Name ist Nathalie Rompf, ich mache grade eine Ausbildung und bin Mitglied im Jugendparlament. Wenn ich es kann will ich das wir Jugend auch gehört werden und das auch im Bereich Kultur und unsere Meinung angehört wird."
und
Tim Rumpf
"Mein Name ist Tim Rumpf. Ich vertrete die Gesamtschule Osterfeld im Jugendparlament Oberhausen und habe die Ehre, Mitglied der Jury des Jugendkulturpreises 2026 zu sein. Ich freue mich sehr, dabei zu sein und Jugendlichen die Chance zu bieten, ihr Talent und Engagement zu zeigen."
Kontakt
Stadt Oberhausen
Kulturbüro
Prof. Dr. Romi Domkowsky
Gewerkschaftsstraße 76-78
46042 Oberhausen
E-Mail: kulturbuero@oberhausen.de