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Lebenssituationen

Alt-Oberhausen

Alt-Oberhausen ist der südliche Stadtbezirk von Oberhausen. Grob vereinfacht bildet der Rhein-Herne-Kanal die Grenze zu Sterkrade und Osterfeld. Allerdings zählen der Westfriedhof, die Emscherinsel im Bereich des Stadions Niederrhein und der Grafenbusch nördlich des Kanals ebenfalls zu Alt-Oberhausen. Zwischen der Konrad-Adenauer-Allee und der östlichen Stadtgrenze zu Bottrop bildet das Nordufer der Emscher die Grenze zwischen Osterfeld und Alt-Oberhausen. Mit 22,85 Quadratkilometern macht Alt-Oberhausen knapp ein Drittel des gesamten Stadtgebiets von 77 Quadratkilometern aus. Ende 2012 lebten in Oberhausen 90.972 Menschen (beim Zusammenschluss mit Sterkrade und Osterfeld 1929 waren es noch 110.958).

Die Bezirksverwaltungsstelle und der zentrale Bürgerservice für Alt-Oberhausen befinden sich im Erdgeschoss des Rathauses an der Schwartzstraße.

Zum Stadtbezirk Oberhausen zählen heute die Stadtteile Alstaden, Bermensfeld, Borbeck (mit Dellwig und Frintrop), Oberhausen-Mitte (mit Marienviertel und Brücktorviertel) , Dümpten (mit Vennepoth), das  Knappenviertel, Lirich, Schlad und Styrum.

Stadt(teil)geschichte

Historische Aufnahme des Rathauses Oberhausen um das Jahr 1900

Historische Aufnahme des Rathauses Oberhausen um das Jahr 1900

Während sich Sterkrade und Osterfeld aus alten Siedlungskernen heraus entwickelt hatten, entstand Oberhausen aus dem Zusammenschluss mehrerer Gemeindeteile. Am 18. November 1861 unterschrieb Preußenkönig Wilhelm I. eine „Allerhöchste Cabinetts-Ordre“, in der bestimmt wurde, dass aus Teilen von mehreren bisher selbstständigen Gemeinden - einem Gebiet, in dem 6.000 Menschen lebten - eine große Gemeinde zu bilden sei, die den Namen „Oberhausen a / Ruhr“ erhalten sollte. Der erste, zunächst noch kommissarische Bürgermeister von Oberhausen, Friedrich August Schwartz aus Neuss, wurde am 1. Februar 1862 in sein Amt eingeführt.

 

Es wurde daraufhin ein geeigneter Ort für den Bau eines Rathausgebäudes gesucht, das Schwartz als städtebauliches Bindeglied zwischen den Bahnhöfen (Köln-Mindener Bahnhof und Bergisch-Märkischer Bahnhof, 1886 zum Zentralbahnhof vereinigt) und dem Wohngebiet an der Marienkirche realisieren wollte.

Am 6. September 1873 wurde schließlich auf dem „Galgenberg“ der Grundstein für das Rathaus Oberhausen gelegt, an dessen Planung Schwartz intensiv mitwirkte. 1874 wurde das Rathaus eingeweiht und noch im selben Jahr erhielt Oberhausen die Stadtrechte. Unter Bürgermeister Otto Wippermann - dem zweiten Nachfolger von Schwartz nach Friedrich Haumann - wurde Oberhausen im Jahre 1901 selbstständiger Stadtkreis und schied damit aus dem Kreis Mülheim aus. Nach Wippermann trat 1906 Berthold Otto Havenstein das Amt des Oberbürgermeisters an, der in der Auseinandersetzung um die Gebietsreform von 1929 die entscheidenden Weichenstellungen für die Entwicklung des heutigen Oberhausen vornahm und dem die Stadt damit letztlich das stolze heutige Rathausgebäude an der Schwartzstraße zu verdanken hat.

In der Frage der kommunalen Neuordnung von 1929 vertrat Oberbürgermeister Havenstein zusammen mit seinem starken Verbündeten aus der Industrie, GHH-Generaldirektor Dr. Paul Reusch, mit aller Entschiedenheit die Auffassung, die drei Städte Oberhausen, Sterkrade und Osterfeld seien wirtschaftlich und strukturell eine Einheit.

Das Städte-Trio wurde einerseits zusammengehalten durch die damals noch ungeteilte Gutehoffnungshütte (GHH) mit den Hüttenbetrieben und der Hauptverwaltung in Oberhausen, der Weiterverarbeitung in Sterkrade und dem Bergbau in Osterfeld sowie andererseits durch das Streckennetz der Stadtwerke Oberhausen, das seit drei Jahrzehnten den gesamten Raum erschloss. Havenstein und Reusch erreichten ihr Ziel: die GHH-Stadt Groß-Oberhausen.

Oberbürgermeister Otto Berthold Havenstein trieb den Zusammenschluss von Oberhausen, Sterkrade und Osterfeld voran.

Oberbürgermeister Otto Berthold Havenstein trieb den Zusammenschluss von Oberhausen, Sterkrade und Osterfeld voran.

 

Bereits in den Jahren bis 1929 verzeichnete die Stadt ein rasches Anwachsen der Bevölkerung durch die Eingemeindung von Alstaden und Teilen von Dümpten und Styrum (1910) sowie von Teilen von Frintrop, Borbeck und Dellwig (1915). Ende Juli 1929 zählte die Stadt Oberhausen allein 110.958 Einwohner.

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