Maßnahmen gegen den Eichenprozessionsspinner
(Vorhaben mit Bürgerbeteiligung)
Letzte Aktualisierung
12.12.2025
Kurzbeschreibung
In den Jahren 2018 bis 2020 kam es in Oberhausen zu einer Massenvermehrung des Eichenprozessionsspinners (EPS). Aufgrund der gesundheitsgefährdenden Beeinträchtigungen (Haut- und Atemwegsreizungen), die von den Brennhaaren der Raupen ausgehen, war es erforderlich, in den Jahren 2018 - 2024 Maßnahmen gegen den EPS an betroffenen städtischen Bäumen vorzunehmen. Da es unmöglich ist, eine Prognose für die Intensität des Befalles in 2025 zu erstellen, sind für das Jahr 2025 erneut ähnliche Bekämpfungsmaßnahmen wie in den vorangegangenen Jahren eingeplant, um einer potentiellen Massenvermehrung des EPS entgegenzuwirken und den Schutz der Bevölkerung zu gewährleisten. Um die Gefahr eines Massenbefalls einzudämmen und gesundheitliche Beeinträchtigungen für die Bevölkerung deutlich zu reduzieren, wird seit 2018 der frühzeitige Einsatz eines Biozids vorgenommen. Seit 2021 wird das Mittel Foray® ES verwandt, das auf Basis des Bazillus thuringiensis aufgebaut ist. Foray® ES wirkt ausschließlich gegen freifressende Schmetterlingsraupen und wird ebenfalls mit der Nahrung aufgenommen. Es zerstört selektiv das Verdauungssystem, wodurch die Raupen nach wenigen Stunden bis einigen Tagen absterben. Bereits kurz nach der Aufnahme des Mittels stellen die Raupen ihre Nahrungsaufnahme ein. In naturnahen Bereichen, in denen keine prophylaktische Bioziodbehandlung vorgenommen wird, wurden seit 2020 200 Stück Nisthilfen speziell für Meisen an mehreren Standorten im Wäldern, Parkanlagen und Friedhöfen installiert, um die Vogelpopulation zu erhöhen und die natürliche Prädation (Fraß der EPS-Raupen durch Vögel) zu fördern. Eine Alternative wäre grundsätzlich die rein mechanische Bekämpfung mittels Absaugen. Dies funktioniert jedoch nur, wenn nicht wie in Oberhausen ein mehrjähriger und starker Befall an zahlreichen hoch frequentierten Standorten im gesamten Stadtgebiet vorliegt. Bei sehr großen Vorkommen des Eichenprozessions-spinners kommt die mechanische Bekämpfung an die Grenzen ihrer Leistbarkeit und eine zeitnahe Entnahme der gemeldeten bzw. gesichteten Nester kann nicht mehr sichergestellt werden. Eine rein mechanische Entnahme stellt daher auch für das Jahr 2025 keine zumutbare Alternative für das Oberhausener Stadtgebiet dar, sodass der erneute Einsatz eines Biozids vorgeschlagen wird.
Beschluss zum Vorhaben / Projekt
• M/16/4278-01
• B/16/5135-01
• B/17/0018-01
• B/17/1549-01
• B/17/2678-01
• B/17/4263-01
• B/17/5820
Aktueller Bearbeitungsstand
Im Frühjahr 2025 wurden insgesamt 1.048 städtische Eichen, die sich an Straßen, Kitas, Schulen, auf Kinderspielplätzen sowie vereinzelt in Grünanlagen befinden, mit dem Biozid Foray® ES behandelt. Dies entspricht 472 Eichen weniger als im Jahr 2024 und zudem 50 Eichen weniger, als ursprünglich für das Jahr 2025 vorgesehen war. Bereits 2024 wurde die Roteiche erstmals aus dem Behandlungsplan herausgenommen, da sie im Gegensatz zu Trauben- und Stieleichen nur selten vom EPS befallen wird. Während der diesjährigen Durchführung stellte sich jedoch heraus, dass sich unter den vorgesehenen Behandlungsstandorten mehr Roteichen befanden als erwartet, was den Umfang der Behandlung zusätzlich reduzierte. Darüber hinaus konnten einzelne Standorte nicht angefahren werden, da die Tragfähigkeit der Böden dies nicht zuließ. Ebenso blieb eine Behandlung mancher Bäume aus, weil Halteverbote nicht eingehalten wurden oder Fenster an angrenzenden Wohnhäusern geöffnet waren. In der Summe führte dies dazu, dass deutlich weniger Bäume mit dem Biozid besprüht wurden als ursprünglich geplant. Im Jahr 2025 wurde lediglich an einem Baum ein Nest des EPS festgestellt, welches mechanisch abgesaugt werden musste. Im Jahr 2025 wurde der Einsatz der EPS-Raupen- und Pheromon-Falter-Fallen, wie bereits in der Beschlussvorlage von 2024 dargestellt, nicht weitergeführt. Grund hierfür war der zuvor nachgewiesene geringe Fangerfolg in Kombination mit einem hohen Personal- und Kostenaufwand, sodass diese Maßnahme eingestellt wurde. Trotz des Verzichts auf den Falleneinsatz konnte während der EPS-Saison 2025 keine Zunahme des Eichenprozessionsspinnerbefalls beobachtet werden. Dies bestätigt, dass die Fallen keinen wesentlichen Einfluss auf die Gesamtpopulation des Schädlings hatten. Bei der Reinigung der Nisthilfen im Herbst/Winter 2024/25 zeigte sich, dass von insgesamt 220 kontrollierten Nisthilfen 108 belegt waren, was einer Belegungsquote von 49 Prozent entspricht. Darüber hinaus wurde im Zuge dieser sowie früherer Kontrollen festgestellt, dass 57 Nisthilfen beschädigt oder nicht mehr vorhanden waren. Um den Bestand vollständig zu erhalten, wurden diese 57 defekten bzw. fehlenden Nisthilfen im Herbst 2025 ersetzt.
Voraussichtliche Kosten des Vorhabens (soweit bezifferbar)
Für 2026 sind 72.000,- EUR eingeplant
Zeitplan / Nächste Schritte
Eine Prognose über die Intensität des EPS-Befalls für das Jahr 2026 ist nicht möglich. Dieser hängt von verschiedenen Faktoren wie der Witterung im Frühjahr, (Temperatur, Sonnenintensität, Niederschlag) der Intensität des Falterfluges und dessen Dezimierung durch z. B. Vögel am Ende des letzten Sommers ab. Daher halten wir es für den Gesundheitsschutz und der Abwendung von gesundheitlichen Beeinträchtigungen für die Bevölkerung für notwendig, eine prophylaktische Besprühung gegen einen EPS-Befall zur Gefahrenabwehr durchzuführen. Im Frühjahr 2026 sollen 1.098 städtische Eichen mit dem Mittel Foray® ES behandelt werden. Dabei handelt es sich vornehmlich um Straßenbäume, Bäume an Spielplätzen, Schulen und KITAs. Entsteht dennoch ein Befall, werden die Nester mechanisch entfernt bzw. abgesaugt. In Parkwald- und Parkbereichen wird aufgrund der sensiblen Standorte für den Natur- und Artenschutz kein Biozideinsatz erfolgen. Landschaftsschutzgebiete und Naturschutzgebiete sind generell vom Biozideinsatz ausgeschlossen. In den städtischen Wäldern werden ebenfalls keine Biozid-Behandlungen durchgeführt. In naturnahen Bereichen, in denen keine prophylaktische Bioziodbehandlung vorgenommen wird, wurden bereits ca. 220 Stück Nisthilfen speziell für Meisen an mehreren Standorten in Wäldern, Parkanlagen und Friedhöfen installiert, um die Vogelpopulation zu erhöhen und die natürliche Prädation (Fraß der EPS-Raupen durch Vögel) zu fördern.
Zielgebiet
Straßenbäume, Bäume an Spielplätzen, Schulen und KITAs
Zielgruppe / Betroffene Teile der Bürgerschaft
Gesamte Bürgerschaft
Bürgerbeteiligung ☒ja ☐ nein
Form/ Gestaltungsspielraum der Beteiligung:
☒ Information
☐ Anhörung
☐ Beratung
☐ Mitbestimmung
Vorgesehene Beteiligungsformate bzw. -methoden
Pressemitteilung, öffentliche Sitzungen der politischen Gremien BZV, Umweltausschuss, NBR
Informationen / Kontakt
Servicebetriebe Oberhausen (SBO)
Bereich Unterhaltung von Flächen und Einrichtungen
Name: Ralf Dombrowski
Telefon: 0208 594-7186
E-Mail: ralf.dombrowski@sbo.oberhausen.de
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