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Sexualpädagogische Konzepte in Kindertageseinrichtungen sichern Kinderschutz

14.04.2026

Die Facharbeitsgruppe Kindertageseinrichtungen, in der Vertreterinnen und Vertreter aller Träger mitarbeiten, sowie der Landschaftsverband Rheinland (LVR) und die Stadt Oberhausen betonen die zentrale Bedeutung sexualpädagogischer Konzepte in Kitas. Diese Konzepte sind ein unverzichtbarer Bestandteil des Kinderschutzes, da sie Kindern helfen, ihre Grenzen wahrzunehmen und zu kommunizieren, und Fachkräften Sicherheit im Umgang mit sensiblen Themen geben.

Fehlende oder unklare Konzepte führen zu Unsicherheiten und können dazu beitragen, dass Grenzverletzungen nicht erkannt oder falsch bewertet werden. Gut entwickelte sexualpädagogische Konzepte stärken hingegen die Kinder in ihrer Selbstwahrnehmung und ihrem Recht auf körperliche Selbstbestimmung, fördern Transparenz gegenüber Eltern und unterstützen präventiven Kinderschutz. „Die Konzepte sind daher kein Zusatz, sondern ein unverzichtbarer Bestandteil präventiven Kinderschutzes in Kindertageseinrichtungen. Das LVR-Landesjugendamt Rheinland bietet zu diesem Themenkomplex deshalb auch regelmäßig Fortbildungen an“, erläutert Sandra Clauß, Fachbereichsleitung Kinder und Familie im LVR-Landesjugendamt Rheinland. Das LVR-Landesjugendamt ist für Betriebserlaubnisse und die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben verantwortlich und überprüft regelmäßig entsprechende Schutzkonzepte. Während des laufenden Betriebs bestehen für die Träger von Kindertageseinrichtungen verschiedene Meldepflichten gegenüber dem Landesjugendamt. Diese Meldepflichten dienen der Sicherung des Kindeswohls und ermöglichen dem Landesjugendamt ein schnelles und zielgerichtetes Handeln zum Schutz der Kinder. Auf Grundlage dieser Meldungen und anderer Anlässe überprüft das Landesjugendamt das inklusionspädagogische Konzept und das Konzept zum Schutz vor Gewalt, wovon sexualpädagogische Konzepte ein Teil sind. Die Verantwortung für die Ausarbeitung liegt bei den Trägern der Einrichtungen.

In Oberhausen verfügen alle städtischen Kitas über sexualpädagogische Konzepte. „Die Konzeptionen werden fortlaufend aktualisiert, Eltern werden im Prozess beteiligt“, erklärt Maresa Kallmeier, Leiterin des Fachbereichs Frühkindliche Bildung/Kindertageseinrichtungen der Stadt Oberhausen. Benjamin Roth, Bereichsleiter und Vertreter der 20 städtischen Kindertageseinrichtungen, betont: „Das von der Stadt Dortmund initiierte und von der Stadt Oberhausen aufgegriffene Mini-Buch ,Oberhausens Kinder sind stark!´ zum Thema Kinderrechte und Selbstbestimmung wird zukünftig mit den Kindern in den teilnehmenden Kindertageseinrichtungen im Rahmen eines Projekts durch die Erzieherinnen und Erzieher pädagogisch bearbeitet. Die beiden in Oberhausen mit dem Thema befassten Beratungsstellen, unsere Psychologische Beratungsstelle in städtischer Trägerschaft und die von profamilia, begleiten das Projekt mit einem pädagogischen Konzept und einer Schulung für die pädagogischen Fachkräfte. Damit leisten die beteiligten Kindertages-einrichtungen und die Beratungsstellen in Oberhausen einen großen Beitrag für die tägliche Arbeit der frühkindlichen Bildung im Bereich Prävention zum Schutz vor sexualisierter Gewalt.“

Auch aus medizinischer Sicht sind solche Konzepte wesentlich: „Sie fördern die gesunde Entwicklung, stärken das Körperbewusstsein und tragen zur Prävention von Gewalt sowie zur psychosozialen Gesundheit bei“, so Dr. Charlotte Weber, Bereichsleiterin Gesundheit der Stadt Oberhausen.

Weitere Infos:
LVR, Arbeitshilfe Kinderschutz: Arbeitshilfe - Inklusiver Kinderschutz in Kindertageseinrichtungen
Bereich Chancengleichheit der Stadt Oberhausen (Minibuch): Maßnahmen und Projekte