Wohnen im Alter als zentrale soziale Frage

In seinem Grußwort appellierte der städtische Beigeordnete Frank Motschull, sich frühzeitig zu informieren. (Foto: Stadt Oberhausen)
05.08.2026 - Mit dem wichtigen Thema Wohnen im Alter, verschiedenen Wohnprojekten sowie technischen Assistenzlösungen und Dienstleistungen haben sich am Sonntag, 2. August, Fachkräfte sowie Bürgerinnen und Bürger bei der sechsten SeniorInnenkonferenz befasst. Eingeladen hatte der städtische Bereich Chancengleichheit. Rund 100 Interessierte kamen ins Elly-Heuss-Knapp-Quartier, lauschten den Fachvorträgen und informierten sich an den neun Infoständen.
Bereits die fünfte SeniorInnenkonferenz hatte sich mit dem Thema Wohnen im Alter beschäftigt, diesmal, so Bereichsleiterin Julia Pietrasch in ihrer Begrüßung, wolle man noch genauer hinschauen. In seinem Grußwort appellierte der städtische Beigeordnete Frank Motschull, sich frühzeitig darüber zu informieren, wie eine Wohnung ausgestattet werden könne, um so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden leben zu können. Denn das wünschten sich die meisten Menschen, hier verspürten sie Sicherheit in ihrem vertrauten Umfeld.
Passender Wohnraum
Nese Özcelik vom Bereich Chancengleichheit erläuterte, dass nicht jede Wohnform zur aktuellen Lebensphase passe. Oft gebe es großen Wohnraum mit wenig Bewohnern, zudem seien Wohnungen häufig nicht barrierefrei, hätten beispielsweise zu enge Bäder. „Wir haben kein Wohnraumproblem – wir haben ein Verteilungsproblem“, zitierte Özcelik den Wohnungsexperten Daniel Fuhrhop. Wer bereit sei, sich zu verkleinern, habe große Probleme, passende, barrierefreie Wohnungen in seinem Viertel zu finden. Lösungsansätze könnten neue Wohnquartiere sein, aber auch die Förderung von Wohnungstausch oder die aktive Begleitung von Umzügen. „Wohnen im Alter ist kein Randthema mehr, es ist eine der zentralen sozialen Fragen unserer Zeit“, so Özcelik.
Mehrgenerationenprojekte
Nora Schroers und Stephanie Hellwig von der Mülheimer Wohnungsbaugenossenschaft (MWB) zeigten auf, wie MWB sich dieses Themas annimmt – und das städteübergreifend. Die stellten Mehrgenerationenprojekte vor, die alle so konzipiert sind, dass sie einen möglichst langen Aufenthalt in Gemeinschaft erlauben. Die Anlagen verfügen über Gemeinschaftsräume oder sonstige Möglichkeiten für Treffen. Weitere Infos unter www.mwb.info.
Inklusive Quartiere
Am Duisburger Könzgenplatz, direkt an der Stadtgrenze zu Holten gelegen, verwaltet der Verein Alsbachtal ein modernes Wohnquartier mit vier Gebäuden rund um einen zentralen Dorfplatz und 90 Mietern, darunter 30 mit einer Behinderung. Vor Ort gibt es verschiedene Betreuungsangebote der Alsbachtal gGmbH, die Anlage ist auto- und barrierefrei. „Wohnen können hier alle Generationen, mit und ohne Behinderung“, erklärte Mitarbeiterin Corinna Depenbrock. Der Verein besteht seit 61 Jahren, er setzt sich besonders für Menschen mit Körper- und Mehrfachbehinderung ein. Weitere Infos unter www.alsbachtal.org.
Digitale Helfer
Seit 2005 sind technische Assistenzlösungen für die Pflege und Betreuung von Menschen ein Geschäftsbereich der inhaus GmbH. „Unsere Lösungen werden eingebunden in das vorhandene Betreuungskonzept und entlasten die Pflege- und Betreuungskräfte in ihren täglichen Prozessen“, erklärte der Geschäftsführende Gesellschafter Enrico Löhrke. Als Beispiel nannte er die Entlastung der Nachtdienste: Über Sensoren können beispielsweise Stürze in kürzester Zeit gemeldet werden. Weitere Infos unter www.inhaus-gmbh.de.
Sicher per Knopfdruck
Im letzten Fachvortrag gab Andrea Kaiser vom Malteser Hilfsdienst eine Übersicht möglicher Dienstleistungen. Dazu zähle unter anderem der Hausnotrufdienst, der vielen älteren Menschen ermögliche, weiterhin in den eigenen vier Wänden wohnen zu können. „Allein zu wissen, dass rund um die Uhr jemand da ist, der helfen kann, ist von großer Bedeutung“, betonte Kaiser. Eine Übersicht über die Angebote des Malteser Hilfsdienstes finden Interessierte unter www.malteser.de.
Weitere Informationen gibt es unter anderem auch bei den Quartiersbüros unter www.quartiersbueros.de.