Gesundheit

Essstörungen

Auf dieser Seite kannst du dich über verschiedene Essstörungen und über Adressen und Links von Beratungsstellen informieren.

Anorexia

Anorexia (Magersucht) ist eine der bekanntesten Essstörungen. Besonders betroffen von dieser Krankheit sind Mädchen und junge Frauen im Alter von ca. 12 bis 25 Jahren. Der Anteil männlicher Erkrankter liegt bei ca. 5 %.

"Einstiegsdroge" ist häufig eine gewöhnliche Diät, die, obwohl das Wunschgewicht längst erreicht wurde, nicht mehr beendet wird. Trotz Untergewichts fühlen sich diese Frauen, aufgrund ihrer gestörten Körperwahrnehmung,  zu dick.

Für Magersucht gelten die folgenden DSM-IV-Kriterien (Diagnostisches und Statistisches Manual Psychischer Störungen, amerikanisches Nachschlagewerk für Ärzte und Therapeuten):

  • extreme Gewichtsabnahme (20 % des Ausgangsgewichts innerhalb kurzer Zeit), die durch eine streng kontrollierte und eingeschränkte Nahrungsaufnahme erreicht wird,
  • die Weigerung, das Minimum des für Alter und Größe normalen Körpergewichts zu halten,
  • extreme Angst vor Gewichtszunahme oder dem Dickwerden,
  • eine gestörte Körperwahrnehmung hinsichtlich Gewicht, Größe und Form,
  • ständiges Kreisen der Gedanken um das Essen, Fressattacken können auftreten

Auch übermäßiger Sport, der Missbrauch von Appetitzüglern und Abführmitteln können Symptome sein. Ebenso das Erbrechen nach Nahrungsaufnahme, da die Übergänge zur Bulimie (Ess-Brechsucht) fließend sind.

Magersucht hat zahlreiche Folgeerscheinungen, die mitunter lebensbedrohlich sein können. Dazu zählen zum Beispiel Osteoporose, Schäden an Herz, Leber, Nieren und Gehirn (aufgrund von Unterernährung), Absinken des Stoffwechsels, des Pulses, des Blutdrucks und der Körpertemperatur, hormonelle Störungen (Wachstumshemmung bei Jugendlichen, Ausbleiben der Monatsblutung, Haarausfall, vermehrte Körperbehaarung [Lanugo]), Magen-, Darmbeschwerden, Muskelschwäche, Konzentrationsstörungen sowie Depressionen.
10 % aller Magersüchtigen sterben durch Verhungern oder Suizid.

Die genauen Ursachen für Magersucht sind nicht bekannt. Es wird angenommen, dass eine Kombination aus psychischen, familiären und gesellschaftlichen Faktoren zum Entstehen dieser Krankheit führt.

Bulimie

Bulimie (Ess-Brechsucht) weist viele Parallelen zur Magersucht auf, manchmal entwickelt sich auch eine Bulimie zur Magersucht oder anders herum. Verstärkt betroffen sind ebenfalls Mädchen und junge Frauen im Alter zwischen 15 und 30 Jahren. Charakterisiert ist diese Krankheit durch unkontrollierte Aufnahme kalorienreicher Nahrung (Fressanfälle) und dem anschließenden Versuch, diese durch selbst herbeigeführtes Erbrechen oder Ähnliches ungeschehen zu machen.

Bulimie wurde erst 1980 in die DSM-IV-Kriterien aufgenommen. Davor war diese Krankheit nicht bekannt. Die Diagnosekriterien lauten wie folgt:

  • wiederholte Episoden von Fressanfällen, bei denen es zu einer großen Aufnahme kalorienreicher, leicht verzehrbarer Nahrung innerhalb einer bestimmten Zeitspanne kommt (mindestens zwei Anfälle pro Woche über drei Monate),
  • das Gefühl, das Essverhalten während der Fressanfälle nicht unter Kontrolle halten zu können,
  • im Anschluss an die Heißhungerattacken selbst hervorgerufenes Erbrechen, Medikamentenmissbrauch (Abführ- und/oder Entwässerungstabletten und/oder strenge Diät- /Fastenphasen und/oder übermäßige körperliche Betätigung, um eine Gewichtszunahme zu verhindern),
  • andauernde, übertriebene Beschäftigung mit Figur und Gewicht

Vom Erscheinungsbild her sind bulimische Frauen meist normal- oder leicht untergewichtig, selten auch übergewichtig. Ihr Essverhalten im Alltag ist eher unauffällig.
Die durchschnittliche Erkrankungsdauer liegt bei 4 bis 7 Jahren.

Die gesundheitlichen Folgeerscheinungen von Bulimie werden, aufgrund des relativ normalen Gewichts der Erkrankten, oft unterschätzt. Zu ihnen gehören Schwellungen der Speicheldrüsen, Zahnschmelzschäden, Speiseröhrenrisse, Magenwandperformation sowie Elektrolytentgleisungen (Kalium-, Magnesiummangel), die ihrerseits zu Nierenschäden und Herzrhythmusstörungen führen. Auch hormonelle Veränderungen (z.B. Ausbleiben der Monatsblutung) können auftreten.

Ursachen für die Entstehung von Bulimie sind, wie bei der Magersucht, nicht genau bekannt bzw. erforscht. Die Gründe für die Entstehung einer Essstörung sind meist vielfältig und jede Essgestörte hat ihre eigene Geschichte. Dennoch scheinen auch hier vor allem psychische (z.B. labile Persönlichkeitsstruktur), familiäre (z.B. ungelöste/unausgesprochene Konflikte, sexuelle Gewalt) und gesellschaftliche Faktoren (z.B. übertriebenes Schlankheitsideal) eine Rolle zu spielen.

Adipositas

Von Adipositas spricht man bei einer übermäßigen Vermehrung oder Bildung von Fettgewebe. Der Begriff  "Fettsucht" ist allerdings unzutreffend, da Adipositas in den meisten fällen nichts mit Sucht zu tun hat.

Bei Adipositas kann man nicht unbedingt von einer Essstörung sprechen, da nicht jeder Adipositas Betroffene ess-süchtig ist bzw. eine psychische Störung hat. Daher gibt es auch keine Diagnosekriterien im DSM-IV, wie bei den anderen Essstörungen. Es handelt sich aber, laut Welt Gesundheitsorganisation, um das größte chronische Gesundheitsproblem in Industrienationen. Auch hier sind Frauen häufiger betroffen als Männer.

Die Folgen extremen Übergewichts sind fast allen bekannt. Hierzu gehören erhöhter Blutdruck, Diabetes, Fettstoffwechselstörungen, Herzerkrankungen, Schlaganfall, orthopädische Probleme (z.B. Wirbelsäulenschäden) und psychosoziale Probleme.

Zu den Ursachen für die Entstehung von Adipositas gibt es viele Erklärungsansätze. So ist es bewiesen, dass genetische Faktoren eine wichtige Rolle spielen. Dennoch sind Gene nicht alleine verantwortlich für extremes Übergewicht. Die Lebensumstände und Gewohnheiten in unserer Gesellschaft haben ebenso eine Schuld, wie psychosoziale Faktoren. Nicht ohne Grund ist Adipositas hauptsächlich ein Problem in westlichen Industrienationen mit einem überreichen Angebot an fett- und kalorienreicher Nahrung an jeder Ecke und Kindern, die lieber Computer spielen als Fußball. Auch eine Vielzahl psychischer Probleme oder sogar Störungen, wie der Binge-Eating-Störung, können das Entstehen extremen Übergewichts begünstigen. Sicher ist jedoch, daß Adipositas fast immer mit einem hohen psychischen Leidensdruck für die Betroffenen einher geht.

Binge-Eating-Störung

"To Binge" kommt aus dem Amerikanischen und heißt übersetzt ?ein Fressgelage abhalten? in einiger Literatur wird diese Störung mit Ess-Sucht sinngemäß übersetzt. Kennzeichen dieser Störung ist das wiederholte Auftreten von "Heißhungerattacken" bzw. "Fressanfälle" ohne Maßnahmen , die einer Gewichtszunahme entgegenwirken. Etwa 2 % der Bevölkerung leidet unter der Binge-Eating-Störung. Von adipösen Menschen sind etwa 4 - 9 % von dieser Störung betroffen. Die Wahrscheinlichkeit daran zu erkranken, ist für Frauen 1,5 mal so hoch, wie für Männer.

1996 ist die Binge-Eating-Störung mit vorläufigen Kriterien erstmals in den Anhang des DSM-IV aufgenommen worden.
Zu den vorläufigen Kriterien gehören:

  • Wiederholte Episoden von Fressanfällen:
    • Innerhalb einer bestimmten Zeitspanne Aufnahme einer Nahrungsmenge, die deutlich größer ist als das, was die meisten Menschen unter ähnlichen Umständen zu sich nehmen würden.
    • Das Gefühl, das Essverhalten während diese Fressanfälle nicht kontrollieren zu können.
  • Mindestens drei der folgenden Kriterien:
    • sehr viel schnelleres Essen als normal,
    • Essen bis zu einem unangenehemen Völlegefühl,
    • Aufnahme großer Nahrungsmengen, obwohl nicht hungrig,
    • allein essen wegen Scham und Peinlichkeit
    • Schuldgefühle, Selbstvorwürfe, Depressivität nach Fressanfällen
  • Deutliche Stressbelastung wegen der Fressanfälle. Durchschnittlich mindestens zwei Fressanfälle pro Woche über mindestens drei Monate.
  • Es werden keine Gegenmaßnahmen zur Verhinderung von Gewichtszunahmen durchgeführt, und die Essstörung tritt nicht ausschließlich während einer Episode von Anorexie oder Bulimie auf.

Da Ess-Süchtige meist übergewichtig bis adipös sind, treten hier die gleichen Folgeerscheinungen auf, wie bei Adipositas.

Die Ursachen für die Binge-Eating-Störung gehen meistens bis in die Kindheit zurück. Die Betroffenen haben oft früh gelernt ihren Kummer "herunterzuschlucken" oder "in sich hinein zu fressen". Oft diente in diesen Familien Nahrung zur umfassenden Bedürfnisbefriedigung oder als einzige "Lustquelle".

Adressen

Im Raum Oberhausen:

In benachbarten Städten:

  • Frauen helfen Frauen e.V., Duisburg
    Erftstr. 9
    47051 Duisburg
    Tel.: 0203 3461640
    Fax: 0203 3461642
    Öffnungszeiten:
    Mo.: 11.00 - 17.30 Uhr
    Di. - Do.:  9.00 - 17.30 Uhr
    Fr.: 9.00 - 14.00 Uhr
     
  • Frauen-Treff & Beratung 
    Frauen helfen Frauen e.V.
    Zweigertstr. 29
    45130 Essen
    Tel.: 0201 786568
    Fax.: 0201 786358

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