Bürgerservice, öffentliche Ordnung, Umwelt / Feuerwehr
NotarztdienstSeit 1979 existiert für die Bürger in Oberhausen ein Notarzt-Dienst. Damals wurde ein Notarzt vorgehalten, der das gesamte Stadtgebiet versorgte. Zunächst am Johanniter-Krankenhaus und später am St.-Josef-Hospital in Oberhausen - Sterkrade war ein Notarzteinsatzfahrzeug (NEF) stationiert, nachdem zuvor andere Varianten nicht Zufriedenstellen konnten. Es kam beispielweise kurzfristig ein Notarztwagen (NAW) zum Einsatz, ebenfalls für kurze Zeit fuhr bei Alarm ein PKW von der Feuerwache zum Krankenhaus um den Arzt dort aufzunehmen.
Geographisch betrachtet liegt das St.-Josef-Hospital etwa im Mittelpunkt des Stadtgebietes, so das für sämtliche Stadtbezirke vertretbare Eintreffzeiten realisiert werden konnten. Anfang der 90er Jahre stiegen die Einsatzzahlen auf über 200 Einsätze im Monat, die hohe Personalbelastung führte schließlich zur Einrichtung eines zweiten Notarztes.
Als Standort wurde die Feuer- und Rettungswache 1 gewählt, was einen wesentlichen zeitlichen Vorteil hinsichtlich des Anmarschweges im südlichen Bereich Oberhausens ergab. Dieser Standort wird als ,, Notarzt-Süd ‘‘ bezeichnet, im Gegensatz zum Rendezvous-Prinzip des ,,Notarzt-Nord‘‘ rückte hier ein NAW aus, der Arzt hielt sich in der Feuerwache auf.
Nachdem sowohl das Rendezvous-System mit dem NEF, als auch das Stationierungssystem mit einem NAW einige Jahre parallel zur Anwendung kamen, konnten zahlreiche Erfahrungen gesammelt werden, der NAW-Süd konnte dabei rund 1500 Einsätze / Jahr, das NEF-Süd 400 Einsätze / Jahr und das NEF-Nord etwa 1900 Einsätze / Jahr verzeichnen.
Im Ergebnis blieb dabei festzustellen, das sich das Rendezvous-System bewährt und durchgesetzt hat.
Der Notarzt ist flexibler einsetzbar und nicht an das große Transportfahrzeug gebunden.
Am Notarztdienst in Oberhausen sind insgesamt ca. 80 Notärzte aller sechs Krankenhäuser der Stadt sowie das Verbundkrankenhaus Duisburg-Fahrn beteiligt. Eine Stationierung an einem Krankenhaus, wie sie bisher beim NEF zur Anwendung kam, ist somit nicht mehr möglich.
Nunmehr sind beide Feuer- und Rettungswachen Standort eines NEF, die Station des NEF-Nord am St.Clemens-Hospital (vormals St.Josef-Hospital ) wurde aufgegeben.
Anfang 2011 sind die beiden auf Basis der Mercedes-Benz M-Klasse aufgebauten NEF (Notarzteinsatzfahrzeug) durch neue Fahrzeuge auf Basis des Audi Q5 2,0 Liter TDI mit Allrad ersetzt worden.


Im Jahr 2010 wurde der Notarzt im Stadtgebiet 6752 mal zu Rettungs- und Notfalleinsätzen alarmiert.
Medizinischer Einsatzleiter
Erfordert ein Notfall den Einsatz mehrerer Rettungsmittel, ist analog zur technischen Einsatzleitung bei einem Feuerwehreinsatz ein medizinischer Einsatzleiter erforderlich, dessen Aufgabe es ist, die Maßnahmen der Einheiten vor Ort zu koordinieren. Hier handelt es sich um einem Notfallmediziner, der für diese Führungstätigkeit eine Zusatzausbildung zum "Leitenden Notarzt" erworben hat.
Leitender Notarzt (LNA)
Von allen am Rettungsdienst beteiligten Notärzten verfügen insgesamt 8 Ärzte über die Qualifikation zum Leitenden Notarzt. Aus jedem der Krankenhäuser stammt dabei mindestens einer dieser Ärzte, die gleichzeitig auch als Verbindungspersonen zwischen Krankenhaus und Feuerwehr fungieren. In Oberhausen wird als Einsatzschwelle für den Leitenden Notarzt (LNA) ein Wert von drei Schwer- oder insgesamt fünf Verletzte festgelegt.
Organisatorischer Leiter Rettungsdiernst (OrgL)
Der organisatorische Leiter Rettungsdienst (OrgL), bildet als Führungsbeamter des gehobenen feuerwehrtechnischen Dienstes mit einer entsprechenden rettungsdienstlichen Zusatzausbildung zusammen mit dem Leitenden Notarzt ein Team. Gemeinsam haben sie die Einsatzstelle medizinisch/organisatorisch/taktisch zu beurteilen und zu führen
Dem OrgL / LNA Team steht ein Reserve NEF mit entsprechender Beladung
zur Verfügung.
Der LNA hat als Aufgabe:
- Verletztenablage strukturieren/oranisieren
- Behandlungsprioritäten festlegen
- Sichtung dokumentieren
- Übersichtsdokumentation
- Prüfen ob Einrichtung eines Behandlungsplatzes notwendig ist
- Ermitteln des benötigten medizinischen Personals
- Organisation der Rettungsmittel
- Delegation ärztlicher Maßnahmen
- Einsatz Niedergelassener Ärzte
- Sicherstellung der medizinischen Arbeitssicherheit
Notfallseelsorger
Ebenso hat sich im Laufe der Vergangenheit die Notfallseelsorge im Oberhausener Stadtgebiet wachsenden Herausforderungen gestellt. War es in der Anfangzeit vor allem die Initiative eines Geistlichen, der durch langjährige, aktive Mitgliedschaft in der Freiwilligen Feuerwehr gute Kontakte zur Feuerwehr pflegte und eine seelsorgerische Tätigkeit im Rahmen von Feuerwehreinsätzen anregte und durchführte. So sind heute rund 17 Pfarrerinnen und Pfarrer beider Konfessionen über eine Rufbereitschaft erreichbar und können ausschließlich von der Einsatzleitstelle der Berufsfeuerwehr angefordert werden. Wachsende Einsatzzahlen und ein sich ständig erweiterndes Aufgabenfeld erforderten diese Neustrukturierung. Der Einsatz der Seelsorger erfolgt entweder gemäß der Ausrückeordnung oder auf spezielle Anforderung des Einsatzpersonals, grundsätzlich werden sie sowohl zur Nachbereitung belastender Einsätze für Mitarbeiter der Feuerwehr und des Rettungsdienstes tätig, als auch zur Betreuung von Angehörigen bzw. von Unglücksfällen betroffenen.
Die praktischen Erfahrungen haben die Notwendigkeit der Notfallseelsorger eindeutig bestätigt. Sie werden gerufen, wenn ein plötzlicher Todesfall in heimischer Umgebung aufgetreten ist und das Rettungsteam die Angehörigen nicht unversorgt zurücklassen möchte, bei Einsätzen in Verbindung mit plötzlichem Säuglingstod und zur Überbringung von Todesnachrichten, gemeinsam mit der Polizei. Doch auch bei der Betreuung nichtverletzter Unfall- / Unglücksbeteiligter leisten Seelsorger gute Dienste. Sie spenden Beistand und helfen durch organisatorische Tätigkeiten, wie z.B. der Suche nach einer Unterkunft bei Unbewohnbarkeit der Wohnung nach einem Brand und halten so Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei den Rücken frei. Seitens der Einsatzkräfte findet die Möglichkeit einer Nachbesprechung belastender Erlebnisse inzwischen hohen Zuspruch, was nicht zuletzt darauf zurückzuführen ist, das alle Seelsorger ein Praktikum im 24-Stunden Einsatzdienst der Berufsfeuerwehr absolvieren. Dadurch wird gewährleistet, das die Seelsorger einen Einblick in den Arbeitsalltag eines Feuerwehrmannes bekommen.Für den schnellen Einsatz der Notfallseelsorger steht ein aus Spendenmitteln finanzierter PKW zur Verfügung.
KONTAKT
Berufsfeuerwehr Oberhausen
Brücktorstr. 30
46047 Oberhausen
NN
Rainer Porsch


