Screening soll die Verbreitung multiresistenter Keime feststellen
Das Anfang 2011 gegründete MRE-Netzwerk Oberhausen zur Bekämpfung der Ausbreitung multiresistenter Erreger führt im November an allen Oberhausener Krankenhäusern ein einwöchiges Screening durch. Mit Hilfe dieser Reihenuntersuchung können die Krankenhäuser feststellen, wie viele ihrer neu aufgenommenen Patientinnen und Patienten multiresistente Erreger aufweisen.
Das MRE-Netzwerk Oberhausen setzt sich derzeit aus Vertretern von Kliniken, Krankenkassen und der lokalen Gesundheitsverwaltung zusammen. Eine Erweiterung auf weitere Personen und Institutionen, wie Altenpflegeheime, Krankentransportdienste und niedergelassene Ärzte ist im weiteren Verlauf geplant.
Aktuell befasst sich das Netzwerk mit der Umsetzung von zehn Qualitätszielen, die innerhalb der nächsten zwei Jahre in den Kliniken realisiert werden sollen. Nach Abschluss des Projektes soll den Kliniken darüber ein Siegel verliehen werden.
Eines der wichtigsten Ziele ist die Erfassung der sog. MRSA-Last. MRSA steht für „Methicillin-Resistenter-Staphylococcus-Aureus“ und bezeichnet Staphy-lokokken, die gegen viele Antibiotika unempfindlich geworden sind.
Dazu wird im November 2011 in allen Oberhausener Kliniken eine Woche lang ein sogenanntes Prävalenz-Screening durchgeführt. Die in der Screening-Woche stationär aufgenommenen Patientinnen und Patienten werden gebeten, sich freiwillig an diesem Projekt zu beteiligen, in dem sie Fragen zu bestimmten Risikofaktoren beantworten, z. B. ob sie in den letzten sechs Monaten antibiotisch behandelt worden sind oder sie an offenen chronischen Wunden leiden.
Zuvor wird ihnen erklärt, dass bei einem Teil der Staphylokokken schrittweise eine Unempfindlichkeit gegenüber fast allen Antibiotika entstanden ist und dass zur Behandlung von MRSA-Infektionen nur noch wenige teure und nebenwirkungsreiche Antibiotika zur Verfügung stehen und die Therapie dementsprechend problematisch wird. Weiterhin wird erläutert, dass Menschen MRSA auf ihrer Nasenschleimhaut tragen können, ohne es zu bemerken und dass für gesunde Personen diese Bakterien keine Gefahr darstellen, sie für Patientinnen und Patienten im Krankenhaus jedoch problematisch werden können.
Nach Beantwortung der Fragen wird bei den stationär aufgenommenen Personen mit einem Wattetupfer aus dem Nasenvorhof ein Abstrich vorgenommen und anschließend in einem Labor auf das Vorhandensein von MRSA-Bakterien überprüft.
Im Falle eines MRSA-Nachweises gibt es die Möglichkeit, eine so genannte Sanierungstherapie durchzuführen. Soweit sich aus dem Untersuchungsergebnis die Notwendigkeit medizinischer Diagnostik oder Therapie schließen lässt, kann der weiterbehandelnde Arzt bei Einverständnis der Betroffenen ebenfalls informiert werden.
Im Anschluss an die Screening-Woche werden die Ergebnisse durch die Oberhausener Kliniken in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt ausgewertet.
KONTAKT
Bereich 3-4 / Gesundheitswesen
Dr. Hans-Henning Karbach
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46042 Oberhausen


